| Venezuela: Menschenrechtler zählen bislang neun Freilassungen |
| 09.01.2026 21:13:00 |
Nach der Ankündigung der venezolanischen
Regierung, eine große Zahl Gefangener freizulassen, sind nach
Angaben von Menschenrechtlern bislang nur neun Häftlinge entlassen
worden. Das entspreche etwa einem Prozent der politischen Gefangenen
im Land, teilte die Menschenrechtsorganisation Foro Penal mit, die
von rund 800 Inhaftierten ausgeht.
Unter den bislang Freigelassenen befinden sich demnach weder der
prominente Oppositionspolitiker Juan Pablo Guanipa noch Rafael
Tudares, der Schwiegersohn des Oppositionspolitikers Edmundo
González Urrutia. Beide waren zuvor in Medienberichten als mögliche
Begünstigte der angekündigten Maßnahme genannt worden.
Die Familie Guanipas warf der Regierung Wortbruch vor. "Die
Überreste des Maduro-Regimes halten ihr Wort nicht", teilte sie auf
der Plattform X mit. "Delcy Rodriguez, hören Sie auf, Spielchen zu
spielen, und befehlen Sie Ihren Leuten, alle politischen Gefangenen
unverzüglich freizulassen", hieß es mit Blick auf die
geschäftsführende Präsidentin.
Venezuelas Regierung kündigte Freilassung vieler Häftlinge an
Die Regierung in Caracas hatte am Vortag erklärt, venezolanische und
ausländische Gefangene freizulassen, ohne eine konkrete Zahl oder
Namensliste zu veröffentlichen. Parlamentspräsident Jorge Rodríguez
sprach lediglich von einer großen Zahl. Der Bruder von Delcy
Rodríguez stellte die Maßnahme als Geste "auf der Suche nach
Frieden" dar.
Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Jahren willkürliche
Festnahmen und intransparente Haftbedingungen in Venezuela.
Besonders das Gefängnis El Helicoide in Caracas gilt als Symbol
staatlicher Repression. Ehemalige Häftlinge berichten von
Misshandlungen und Folter an Oppositionellen und
Regierungsgegnern./ppz/DP/men
AXC0250 2026-01-09/21:13
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Autor: - dpa-AFX
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