| Vor Merz-Reise: DIHK betont Bedeutung Indiens als Zukunftsmarkt |
| 10.01.2026 12:12:00 |
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer sieht
Indien als strategisch bedeutenden Zukunftsmarkt für die deutsche
Wirtschaft. "Indien ist für die deutsche Wirtschaft ein zunehmend
wichtiger Handelspartner", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker
Treier der Deutschen Presse-Agentur. "Angesichts seiner
wirtschaftlichen Dynamik, der jungen Bevölkerung und der wachsenden
industriellen Basis gewinnt Indien für unsere Unternehmen rasant an
Relevanz - insbesondere für die Diversifizierung von Lieferketten
und den Ausbau internationaler Wertschöpfung."
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist am Sonntag nach Indien. Bei
dem Besuch bis Dienstag wird er von einer Wirtschaftsdelegation
begleitet. Vor allem die frühere Ampel-Regierung hatte betont, es
müssten durch den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen mit
anderen Ländern einseitige Abhängigkeiten von China verringert
werden.
Der deutsch-indische Handel
Treier sagte, bislang rangiere Indien trotz seiner Größe nur auf
Platz 23 unter Deutschlands Handelspartnern. Umgekehrt liege
Deutschland unter den EU-Handelspartnern Indiens auf Platz 1. Das
Handelsvolumen lag 2024 bei 31 Milliarden Euro - wobei Deutschland
mehr exportierte als importierte. Zu den wichtigsten Exportgütern
nach Indien zählen Maschinen, chemische Erzeugnisse sowie Flugzeuge,
Schiffe oder Züge. Wichtige Importgüter aus Indien sind
pharmazeutische Produkte, Waren der indischen Chemieindustrie sowie
Maschinen und Bekleidung.
In den vergangenen zehn Jahren habe sich das Handelsvolumen
verdoppelt. Der Bestand deutscher Direktinvestitionen lag 2023 bei
27 Milliarden Euro. Zum Vergleich: In China hätten deutsche
Unternehmen Produktionsanlagen und Fertigungskapazitäten in Höhe von
100 Milliarden Euro aufgebaut.
Zukunftsfelder
"Indien ist für die deutsche Wirtschaft vor allem auch aus
strategischer Sicht von hoher Bedeutung", sagte Treier. Deutsche
Unternehmen seien schon stark in zentralen Industriebereichen wie
Maschinenbau, Automobilindustrie und Chemie vertreten. "Diese
Branchen profitieren von Indiens Industrialisierung, Modernisierung
und wachsender Nachfrage nach hochwertiger Technologie. Weitere
Zukunftsfelder liegen in den Energie- und Klimatechnologien, der
industriellen Digitalisierung, der Infrastrukturentwicklung sowie in
der Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte, wo deutsche Expertise
stark nachgefragt wird." In Indien seien etwa 2.000 deutsche
Unternehmen mit Niederlassungen vertreten, die insgesamt mehr als
500.000 Mitarbeiter beschäftigten.
Freihandelsabkommen mit Indien
Der Weg für eine riesige EU-Freihandelszone mit den
südamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay
und Paraguay ist mehr als ein Vierteljahrhundert nach
Verhandlungsbeginn frei. Es werden aber noch andere Abkommen
verhandelt, zum Beispiel mit Indien.
Der Großteil der deutschen Wirtschaft unterstütze ein
EU-Indien-Handelsabkommen, welches die Marktzugänge und den Abbau
von Handelshürden für indische Märkte nennenswert voranbringe, sagte
der DIHK-Außenwirtschaftschef. "Angesichts der geopolitischen
Entwicklung en, aber vor allem angesichts der Größe und Dynamik der
indischen Wirtschaft und Bevölkerung wäre dies im großen
strategischen Interesse der deutschen Wirtschaft."
Im Vordergrund stünden signifikante Zollsenkungen bis hin zu null
Prozent in allen Industriebereichen und insbesondere im Automobil-,
Maschinenbau und Chemiesektor. Für deutsche Unternehmen sei außerdem
wichtig, dass Indien technische Handelshemmnisse etwa bei
bürokratischen Zertifizierungsvorgaben abbaue./hoe/DP/zb
AXC0011 2026-01-10/12:12
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Autor: - dpa-AFX
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