| ROUNDUP: Proteste nach tödlichen Schüssen in Minneapolis halten an |
| 10.01.2026 12:35:00 |
Nach den tödlichen Schüssen auf eine Frau in
Minneapolis gehen die Proteste gegen Einsätze der
US-Einwanderungsbehörde ICE weiter. In mehreren US-Bundesstaaten kam
es zu Solidaritätskundgebungen. In der Großstadt Minneapolis im
Bundesstaat Minnesota im Norden der USA demonstrierten am Freitag
(Ortszeit) nach Angaben von US-Medien unter anderem auch Dutzende
Schülerinnen und Schüler gegen die Präsenz der
Einwanderungsbehörden.
Proteste gab es dem Sender CNN zufolge auch vor mindestens zwei
Hotels in Minneapolis, in denen Demonstrierende offenbar ICE-Beamte
vermuteten. Das Ministerium für Öffentliche Sicherheit in Minnesota
teilte auf X mit, dass unter anderem ein mobiles Einsatzteam der
Polizei des Bundesstaates die lokalen Kräfte bei der Festnahme von
Demonstranten unterstützt habe, die sich unrechtmäßig bei einem
Hotel im Stadtzentrum versammelt hätten. Man habe Informationen
erhalten, dass die Proteste nicht mehr friedlich gewesen seien und
es Sachbeschädigungen gegeben habe. Vor den Festnahmen seien die
Menschen aufgefordert worden, die Versammlung aufzulösen.
Medienberichte: Proteste am Wochenende geplant
Für das Wochenende sind Medienberichten zufolge landesweit Hunderte
Proteste und Kundgebungen unter dem Motto "ICE Out For Good"
angekündigt. Ein Bündnis aus Bürgerrechts- und
Migrantenorganisationen hatte dazu aufgerufen. Die Aktionen sollen
nach Angaben der Veranstalter friedlich verlaufen und sich gegen
zunehmende Gewalt von Einwanderungsbehörden sowie Einsätze in
lokalen Gemeinden und an Schulen richten.
Ermittlungen zu dem umstrittenen Vorfall laufen
Nach offiziellen Angaben befand sich die getötete 37-Jährige in
ihrem Auto und blockierte eine Straße in Minneapolis, als sich ein
ICE-Beamter zu Fuß näherte. Der Wagen setzte sich in Bewegung,
woraufhin mindestens zwei Schüsse fielen. Die Frau habe eine
Kopfverletzung erlitten und sei im Krankenhaus für tot erklärt
worden. Ermittlungen zu dem Vorfall laufen.
US-Präsident Donald Trump verschärfte in seiner zweiten Amtszeit,
die bald ein Jahr andauert, seine Abschiebepolitik. ICE-Razzien
gegen Migranten führten bereits in den vergangenen Monaten
regelmäßig in vielen demokratisch regierten Städten zu Protesten. In
Minneapolis und St. Paul läuft seit einigen Tagen eine
ICE-Operation, an der laut Heimatschutzministerium mehr als 2.000
Bundesbeamte beteiligt sind. US-Medien zufolge wird erwartet, dass
die US-Regierung die Präsenz von Bundesbeamten in Minnesota als
Reaktion auf die Proteste noch einmal deutlich aufstockt.
Minneapolis will Trump-Regierung die Stirn bieten
Der demokratische Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, hielt
bei einer Pressekonferenz am Freitag an seiner scharfen Kritik an
den Einsätzen der Einwanderungsbehörde fest. ICE bringe nur
Schlechtes in die Stadt - für die lokale Wirtschaft, die Demokratie
und die Sicherheitslage. Und nachdem, was er auf Videoaufnahmen zu
dem tödlichen Vorfall gesehen habe, sei es umso wichtiger, dass eine
gründliche und transparente Untersuchung durchgeführt werde - unter
Beteiligung der Strafverfolgungsbehörden des US-Bundesstaates
Minnesota, sagte er.
Die US-Staatsanwaltschaft hatte zuvor entschieden, dass
ausschließlich die US-Bundespolizei FBI die Ermittlungen in dem Fall
leiten soll. Auch Präsident Trump sagte am Freitag, man werde nicht
mit Minnesota zusammenarbeiten, da die lokalen Behörden dort korrupt
seien. Den demokratischen Gouverneur von Minnesota, Tim Walz,
bezeichnete er als "dumm".
Frey sagte, man werde nicht nachgeben. "Was die rechtlichen
Mechanismen dazu angeht, ich kann Ihnen versichern, dass es hier
Potenzial gibt, das genutzt werden kann."/hae/DP/zb
AXC0031 2026-01-10/12:35
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Autor: - dpa-AFX
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