| ROUNDUP/Iran: Regierung spielt Massenproteste herunter |
| 10.01.2026 17:05:00 |
Die iranische Führung hat die
landesweiten Massenproteste heruntergespielt. In den meisten Städten
des Landes habe Ruhe geherrscht, erklärte ein Sprecher im
Staatsfernsehen, wie laut Übersetzung aus einem Video der
Nachrichtenagentur des staatlichen iranischen Rundfunkverbundes,
Iribnews, hervorgeht.
Weiter hieß es, laut Berichten aus dem Einsatzgebiet hätten
"bewaffnete Terroristen" zwar erneut versucht, die öffentliche
Sicherheit in verschiedenen Städten zu stören. Dank des Eintreffens
der Sicherheitskräfte und der starken Präsenz der Bevölkerung sei es
aber zu keinen bewaffneten Angriffen gekommen. In der Stadt Qazvin
hätten Menschen die Aktionen "bewaffneter Terroristen" scharf
verurteilt.
Demonstrationen unter anderem in Teheran und Maschhad
Am zweiten Abend in Folge hatten jedoch massenhaft Menschen in
verschiedenen Großstädten des Landes gegen die Regierung
protestiert. Demonstrationen gab es unter anderem in den
Millionenmetropolen Teheran und Maschhad.
Viel geteilte Videos in den sozialen Medien zeigten
Menschenansammlungen an zentralen Plätzen. Unabhängig verifizieren
ließen sich die Aufnahmen zunächst nicht.
Die britische BBC berichtete unter Berufung auf einen Arzt aus dem
Iran, der sich am Freitagabend über das Satelliten-Internet Starlink
in Verbindung gesetzt habe, dass sich das Farabi-Krankenhaus,
Teherans wichtigstes Augenzentrum, im Krisenmodus befinde.
Notfalldienste seien überlastet. Nicht dringende Aufnahmen und
Operationen seien ausgesetzt worden, und das Personal sei zur
Behandlung von Notfällen herbeigerufen worden.
Wegen Internetsperre dringen nur wenige Aufnahmen nach außen
Das genaue Ausmaß der Demonstrationen bleibt weiter unklar. Da die
iranische Führung eine landesweite Internetsperre verhängt hat,
dringen nur noch wenige Aufnahmen nach außen. Sicherheitskräfte und
ausgewählte regierungsnahe Medien wie der staatliche Rundfunk sind
beispielsweise von der Blockade des Internetzugangs nicht betroffen
und verbreiten weiterhin ihre Berichte, etwa über den
Messengerdienst Telegram. Menschen umgehen den Blackout Berichten
zufolge per Starlink-Satelliteninternet - vorausgesetzt sie konnten
die dafür notwendigen Terminals illegal einführen./da/DP/zb
AXC0043 2026-01-10/17:05
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Autor: - dpa-AFX
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