| ROUNDUP: Warken weist Vorwürfe von US-Minister scharf zurück |
| 11.01.2026 11:35:00 |
Bundesgesundheitsministerin Nina
Warken hat Vorwürfe ihres amerikanischen Amtskollegen Robert F.
Kennedy Jr. wegen Gerichtsverfahren in Deutschland in Zusammenhang
mit der Corona-Pandemie entschieden zurückgewiesen. "Die
Einlassungen des US-amerikanischen Gesundheitsministers entbehren
jeglicher Grundlage, sie sind faktisch falsch und zurückzuweisen.
Das erläutere ich ihm gerne auch persönlich", teilte Warken am Abend
mit.
US-Gesundheitsminister Kennedy Jr. hatte der deutschen Regierung
vorgeworfen, die Autonomie von Patienten zu missachten. Aus diesem
Grund habe er am Freitag einen Brief an die deutsche
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geschickt, teilte er am
Samstag auf der Plattform X mit. Den Nachnamen der Ministerin gab er
dabei fälschlicherweise als "Workin" wieder.
In einem dem Post beigefügten Video sagte er, er habe erfahren, dass
"mehr als 1.000 deutsche Ärzte und Tausende ihrer Patienten" derzeit
strafrechtlich verfolgt und bestraft würden, weil sie während der
Corona-Pandemie Ausnahmen vom Tragen von Masken und von Impfungen
gegen Covid-19 gewährt hätten. "Die Berichte aus Deutschland zeigen,
dass die Regierung die Autonomie der Patienten beiseiteschiebt und
die Möglichkeiten der Menschen einschränkt, bei medizinischen
Entscheidungen nach ihren eigenen Überzeugungen zu handeln."
Warken: Ärzte waren nicht verpflichtet, gegen Covid zu impfen
Bundesministerin Warken entgegnete: "Während der Corona-Pandemie gab
es zu keiner Zeit eine Verpflichtung der Ärzteschaft, Impfungen
gegen Covid-19 durchzuführen. Wer aus medizinischen, ethischen oder
persönlichen Gründen keine Impfungen anbieten wollte, machte sich
weder strafbar, noch mussten Sanktionen befürchtet werden." Es habe
kein Berufsverbot oder Geldstrafe gegeben, wenn nicht geimpft worden
sei. "Strafrechtliche Verfolgung gab es ausschließlich in Fällen von
Betrug und Urkundenfälschung, etwa bei der Ausstellung falscher
Impfpässe oder unechter Maskenatteste."
Warken erklärte weiter, in Deutschland gelte grundsätzlich die
verfassungsrechtlich geschützte ärztliche Therapiefreiheit.
"Ärztinnen und Ärzte entscheiden selbstständig und
eigenverantwortlich über die Behandlung von Patientinnen und
Patienten." Der Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung
basiere auf nachgewiesener wissenschaftlicher Evidenz und werde
nicht von der Politik festgelegt. "Ebenso sind Patientinnen und
Patienten frei in ihrer Entscheidung, welche Therapie sie in
Anspruch nehmen."
Umstrittener Trump-Minister
Kennedy Jr. gilt als besonders umstrittene Personalie im Kabinett
von US-Präsident Donald Trump. Der Neffe des einstigen
US-Präsidenten John F. Kennedy hatte in den vergangenen Jahren
vielfach Zweifel an Impfungen gestreut, Verschwörungstheorien
verbreitet und mit schrillen Wortmeldungen von sich reden gemacht.
Kennedy kritisierte mit Blick auf die Bundesregierung weiter, wenn
eine Regierung Ärzte dafür kriminalisiere, dass sie ihre Patienten
berate, "überschreitet sie eine Grenze, die freie Gesellschaften
immer als unantastbar betrachtet haben". Er warf der deutschen
Regierung vor, die "heilige Beziehung zwischen Arzt und Patient" zu
verletzen und warnte davor, dass Ärzte in einem solchen System zu
"Vollstreckern staatlicher Politik" würden.
Er fordere "die deutsche Regierung dringend auf, ihren Kurs zu
ändern", mahnte Kennedy Jr. Konkret mahnte er an, entsprechende
Strafverfolgungen, die er in dem Post als "politisch motiviert"
bezeichnete, zu beenden. Aus seiner Sicht zu Unrecht entzogene
Zulassungen für Ärzte sollten wiederhergestellt werden. Der
US-Gesundheitsminister forderte auch, "das deutsche Volk seine
eigenen fundierten medizinischen Entscheidungen treffen zu lassen".
Verfahren wegen Fälschung von Impfausweisen und falscher Atteste
In Deutschland sind einige Fälle in verschiedenen Bundesländern vor
Gericht gelandet, bei denen es etwa um den Vorwurf der Fälschung von
Impfausweisen oder falsche Atteste zur Befreiung von der
Maskenpflicht ging. Auf welche Berichte genau sich der US-Minister
für seine Anschuldigungen nun stützte und woher er insbesondere die
zitierten Zahlen hatte, ging aus seinem Post allerdings nicht
hervor./fsp/DP/zb
AXC0030 2026-01-11/11:35
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Autor: - dpa-AFX
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