| Konflikt um Grönland: Gespräche über Zukunft der Arktisinsel |
| 11.01.2026 19:44:00 |
Auf Grönland leben in etwa so viele Menschen
wie in Eschweiler, Neu-Ulm oder Neustadt an der Weinstraße. Die
Straßen der Hauptstadt Nuuk sind schneebedeckt, die Sonne geht früh
unter. Doch von Ruhe und Frieden kann keine Rede sein - entscheidet
sich nach Donald Trumps Drohung einer gewaltsamen Einnahme in den
kommenden Tagen die Zukunft der riesigen Arktisinsel?
Er würde gerne einen Deal machen, sagte der US-Präsident, "aber wenn
wir es nicht auf die einfache Art und Weise tun, werden wir es auf
die harte Art und Weise tun". US-Außenminister Marco Rubio kündigte
für diese Woche ein Treffen mit Vertretern aus Dänemark an, zu dem
Grönland offiziell gehört. Der Konflikt um die Insel dürfte auch
Teil der Gespräche des deutschen Außenministers Johann Wadephul
(CDU) an diesem Montag mit Rubio in Washington sein.
Dänemark und Grönland lehnen Trumps Annexionspläne strikt ab. Auch
ein Kauf der Insel - angeblich wird in der US-Regierung bereits über
konkrete Summen diskutiert - kommt für sie nicht infrage. Trump
begründet sein Interesse immer wieder mit Sicherheitsbedenken und
einer mutmaßlichen Gefahr durch China und Russland in der Arktis.
Grönland ist aber auch reich an Bodenschätzen wie Seltenen Erden und
Öl.
Grönlands Politik ruft zum Dialog auf
Auf Grönland berichtet die Rundfunkanstalt KNR mittlerweile in einem
Liveticker über die Drohungen aus den USA und die entsprechenden
Reaktionen aus der Europäischen Union, der Nato und insbesondere aus
Dänemark. Die politischen Parteien Grönlands bekräftigten in einer
gemeinsamen Stellungnahme: "Wir wollen keine Amerikaner sein, wir
wollen keine Dänen sein, wir wollen Grönländer sein".
Die Vorsitzenden der Parteien im grönländischen Parlament
Inatsisartut verlangten, dass die USA "ihre Geringschätzung
gegenüber unserem Land einstellen". Grönlands Zukunft müsse "vom
grönländischen Volk entschieden werden." Ein intensiver Dialog "mit
unseren Verbündeten und den Ländern, mit denen wir zusammenarbeiten"
müsse sichergestellt werden.
Grönland war bis 1953 eine Kolonie Dänemarks, hat aber seit 1979
immer größere Selbstverwaltungsrechte erhalten und ist inzwischen
weitgehend autonom. Über Bereiche wie Außen- und
Verteidigungspolitik entscheidet aber weiterhin Dänemark. Der Wunsch
nach einer vollständigen Unabhängigkeit besteht seit Jahren.
"Ich denke, wir haben langsam alle genug vom US-Präsidenten. Wir
haben hier immer ein ruhiges und friedliches Leben geführt",
zitierte BBC eine Einwohnerin von Nuuk. "Wir wollen einfach nur in
Ruhe gelassen werden." Angesprochen auf das Rubio-Treffen sagte ein
Parlamentsmitglied zu der britischen Rundfunkanstalt, sie hoffe, es
ende mit Verständnis und Kompromissbereitschaft.
Wie reagiert die Nato?
Durch die Anbindung an Dänemark ist Grönland automatisch Teil der
Nato - und daher Bündnispartner der USA. "Wir müssen den Amerikanern
in diplomatischen Gesprächen deutlich machen, dass ein militärisches
Vorgehen gegen ein kleines Nato-Land das letzte Vertrauen in die
Allianz zerstören würde", sagte CDU-Außenpolitiker Armin Laschet der
Funke Mediengruppe.
Mehrere Nato-Staaten wie Großbritannien hatten sich zuletzt für
einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis ausgesprochen. Ein
Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen Überwachungseinsatz mit dem
Namen "Arctic Sentry" (deutsch etwa: Wächter der Arktis) vor. Er
soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der
strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden
kann.
Die USA betreiben schon heute auf Basis von Abkommen mit Dänemark
die Pituffik Space Base auf Grönland. Diese unterstützt unter
anderem Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und
Weltraumüberwachungsmissionen. Die Entsendung weiterer Streitkräfte
wäre im Rahmen der Abkommen möglich. Die dänischen Streitkräfte sind
vor allem über das Arktische Kommando in Nuuk auf der Insel
präsent./mj/DP/zb
AXC0046 2026-01-11/19:44
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 25.281,37 | 19,73 | 0,08% |
| TecDax | 3.837,01 | 16,77 | 0,44% |
| MDAX | 32.105,79 | -61,38 | -0,19% |
| Dow Jones (EOD) | 49.504,07 | 237,96 | 0,48% |
| Nasdaq 100 | 25.766,26 | 259,16 | 1,02% |
| S & P 500 (EOD) | 6.966,28 | 44,82 | 0,65% |
| SMI | 13.421,82 | 71,00 | 0,53% |
|
| EUR/US$ | 1,1693 | 0,01 | 0,51% |
| EUR/Yen | 184,4737 | 0,74 | 0,40% |
| EUR/CHF | 0,9307 | -0,00 | -0,14% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8685 | 0,00 | 0,06% |
| Yen/US$ | 0,0063 | 0,00 | 0,24% |
| CHF/US$ | 1,2564 | 0,01 | 0,72% |
|
| baha Brent Indication | 62,98 | 0,00 | 0,00% |
| Gold | 4.495,39 | 63,59 | 1,43% |
| Silber | 78,01 | 2,63 | 3,49% |
| Platin | 2.299,70 | 96,91 | 4,40% |
| |
|
|