| Zollstreit: EU macht E-Auto-Exporteuren in China Angebot - Mindestpreise |
| 12.01.2026 13:18:00 |
Mindestpreise statt Zollaufschläge: Die
EU zeigt in China produzierenden Elektroautoherstellern Wege zur
Vermeidung der 2024 eingeführten Zusatzzölle auf. Unternehmen können
sich nach einer neuen Leitlinie verpflichten, für in die Europäische
Union exportierte Fahrzeuge Mindestpreise festzusetzen, um sich die
Preisaufschläge zu ersparen. Zudem würden bei einem entsprechenden
Angebot Zusagen zu Investitionen in der EU oder eine Begrenzung der
Exporte positiv angerechnet werden.
Entsprechende Angebote würden von der Europäischen Kommission
objektiv und fair bewertet, heißt es in den neuen Leitlinien der
EU-Kommission. Voraussetzung für die Annahme sei, dass die Maßnahmen
die schädigenden Auswirkungen von Subventionen beseitigten und eine
den Zöllen gleichwertige Wirkung entfalteten.
Peking begrüßt Leitlinien
Die erzielten Fortschritte zeigten, dass beide Seiten in der Lage
und bereit seien, Differenzen im Rahmen der Regeln der
Welthandelsorganisation zu lösen, erklärte das Pekinger
Handelsministerium. Auch die chinesische Handelskammer in Brüssel
begrüßte das EU-Dokument und sprach von einer "sanften Landung" im
Verfahren zu Elektrofahrzeugen. Das Ergebnis trage den Sorgen der
Wirtschaft Rechnung und schaffe ein stabileres sowie besser
planbares Umfeld für chinesische E-Auto-Hersteller und ihre
Lieferketten in Europa.
Zusatzabgaben sollen Industrie in Europa schützen
Über mögliche Mindesteinfuhrpreise als Alternative zu den
EU-Zusatzzöllen auf aus China importierte Elektroautos gibt es seit
langem Gespräche zwischen beiden Seiten.
Die EU-Zusatzabgaben waren 2024 eingeführt worden, um die Zukunft
der Autoindustrie in der EU zu sichern. Die EU-Kommission war zuvor
bei einer Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass Hersteller in
China von unfairen Subventionen profitieren, die ihnen einen
erheblichen Vorteil auf dem europäischen Markt verschaffen. Demnach
können Elektroautos aus China normalerweise rund 20 Prozent
günstiger angeboten werden als in der EU hergestellte Modelle.
Ausgleichszoll trifft auch deutsche Unternehmen
Die Höhe der Zusatzzölle variiert je nach Hersteller zwischen 7,8
Prozent und 35,3 Prozent. Betroffen sind auch in China tätige
ausländische Unternehmen - darunter Tesla , BMW
und Mercedes -Benz .
Mercedes arbeitet in China etwa mit Geely zusammen, auf dessen
Exporte ein Zusatzzoll in Höhe von 18,8 Prozent fällig wird. Für
Tesla gilt ein Satz von 7,8 Prozent, bei BMW sind es 20,7 Prozent.
Als Vergeltungsmaßnahme verhängte China mit Sonderzöllen auf Importe
aus der EU. Sie wurden etwa auf Branntwein, Schweinefleisch und
Milchprodukte verhängt./aha/DP/men
ISIN DE0005190003 DE0007100000 DE0007664039 US88160R1014 CNE100000296
AXC0133 2026-01-12/13:18
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Autor: - dpa-AFX
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