| London gegen Musks Grok: Behörde leitet Untersuchung ein |
| 12.01.2026 13:46:00 |
Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom hat
eine offizielle Untersuchung gegen Elon Musks Online-Plattform X
eingeleitet. Grund dafür sind von der KI Grok generierte
sexualisierte Bilder, wie die Behörde mitteilte. Es gebe "zutiefst
beunruhigende Berichte", wonach die KI dazu genutzt werde,
sexualisierte Bilder - unter anderem von Kindern - zu erstellen und
weiterzugeben. Dies könne mitunter als Missbrauch gewertet werden.
X war in den vergangenen Tagen auch innerhalb der Europäischen Union
massiv in die Kritik geraten, weil Nutzer den KI-Chatbot auffordern
können, gepostete Bilder zu sexualisieren, auch, wenn diese Kinder
zeigen. Der britische Premierminister Keir Starmer nannte dies
"widerlich". Mehrere Minister hatten in den vergangenen Tagen
deutlich gemacht, dass sie auch ein Verbot der Plattform
unterstützen würden, sollte Ofcom zu einem entsprechenden Schluss
kommen.
Die Behörde hatte X zuletzt deshalb um dringende Stellungnahme
gebeten. Das US-Unternehmen habe innerhalb einer von Ofcom gesetzten
Frist geantwortet, so die Behörde. Die "verfügbaren Beweise" habe
Ofcom daraufhin einer dringlichen Prüfung unterzogen. Mit der
Untersuchung soll nun festgestellt werden, ob Musks Plattform gegen
den britischen Online Safety Act verstößt.
Indonesien und Malaysia haben am Wochenende als erste Länder
weltweit den Chatbot vorübergehend gesperrt. Die indonesische
Kommunikations- und Digitalministerin Meutya Hafid erklärte, der
Schritt diene dem Schutz von Frauen, Kindern und der breiten
Öffentlichkeit vor der Verbreitung gefälschter pornografischer
Inhalte, die mithilfe von KI generiert würden. Der digitale Raum
dürfe nicht zu einem rechtsfreien Raum werden, betonte sie.
Geldstrafe bei Verstoß
Sollte die Behörde einen Verstoß feststellen, könnte X zur Kasse
gebeten werden. Den Angaben zufolge kann Ofcom dann eine Geldstrafe
in Höhe von bis zu 10 Prozent des weltweiten Umsatzes der US-Firma
oder in Höhe von 18 Millionen Pfund (umgerechnet mehr als 20
Millionen Euro) verhängen - je nachdem, welcher Betrag höher ist. Im
äußersten Fall könne die Behörde auch eine gerichtlich angeordnete
teilweise oder komplette Sperrung der Plattform beantragen.
Bereits am Wochenende hatte Musk auf X gegen die britische Regierung
ausgeteilt. Er warf London etwa Zensur vor und nannte die Regierung
in einem Beitrag "faschistisch". Ähnliche Vorwürfe gegen
Großbritannien hatte Musk immer wieder erhoben.
Der Schritt der Plattform, den Zugriff auf die KI-Bildergenerierung
nur noch zahlenden Nutzerinnen und Nutzern zugänglich zu machen,
wurde sowohl von der Europäischen Kommission als auch der britischen
Regierung zuletzt als nicht ausreichend betrachtet. Es sei "eine
Beleidigung für die Opfer von Frauenfeindlichkeit und sexueller
Gewalt", teilte die Downing Street mit./pba/DP/men
AXC0141 2026-01-12/13:46
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Autor: - dpa-AFX
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