| AKTIE IM FOKUS: Autowerte nach neuen EU-Regeln für China-Exporte unter Druck |
| 12.01.2026 14:11:00 |
Eine neue Leitlinie der Europäischen Union für
den Import von Elektroautos aus China hat die deutschen Auto-Aktien
am Montag belastet. Im Dax war Volkswagen
mit einem Abschlag von 1,3 Prozent der größte
Verlierer. BMW büßte rund ein Prozent ein, die
Papiere der Porsche Holding verloren 0,9 Prozent.
Mercedes-Benz stand nur knapp im Minus. Im MDax
sackten die Aktien der Porsche AG um
2,1 Prozent ab.
Die EU-Kommission zeigte den chinesischen Autobauern zu Wochenbeginn
einen Weg zur Vermeidung der 2024 eingeführten Zusatzzölle auf.
Unternehmen können sich nach einer neuen Leitlinie verpflichten, für
in die Europäische Union exportierte Fahrzeuge Mindestpreise
festzusetzen, um sich die Preisaufschläge zu ersparen. Zudem würden
bei einem entsprechenden Angebot Zusagen zu Investitionen in der EU
oder eine Begrenzung der Exporte positiv angerechnet werden.
Aus Sicht von Citigroup-Analyst Harald Hendrikse ist das ein
weiterer großer Sieg für die chinesischen Hersteller. Zwar könnte
die Vereinbarung BMW und Volkswagen dabei helfen, ihre in China
produzierten Autos günstiger in die EU zu schiffen. Allerdings
dürfte der Konkurrenzkampf in Europa durch chinesische Marken umso
härter werden. Weniger wettbewerbsfähige europäische
Produktionskapazitäten würden weiter entwertet.
Die neue Leitlinie könne Europas Autobauern außerdem nicht auf dem
chinesischen Markt helfen, ergänzte Hendrikse. Es sei unvermeidbar,
dass die europäischen Hersteller dort weitere Marktanteile
verlieren. Die genauen Konsequenzen für die hiesige Branche seien
allerdings erst absehbar, wenn die tatsächlichen Mindestpreise
feststünden.
Entsprechende Preisangebote der chinesischen Autobauer will die
EU-Kommission objektiv und fair bewerten, heißt es in der Leitlinie.
Voraussetzung für die Annahme sei, dass die Maßnahmen die
schädigenden Auswirkungen von Subventionen beseitigten und eine den
Zöllen gleichwertige Wirkung entfalteten. Das Handelsministerium in
Peking begrüßte die erzielten Fortschritte.
Hintergrund der 2024 eingeführten EU-Zusatzabgaben war eine
Untersuchung der EU-Kommission. Diese kam zu dem Ergebnis, dass
Hersteller in China von unfairen Subventionen profitieren, die ihnen
einen erheblichen Vorteil auf dem europäischen Markt verschaffen.
Seitdem variiert die Höhe der Zusatzzölle je nach Hersteller
zwischen 7,8 und 35,3 Prozent. Betroffen sind auch in China tätige
ausländische Konzerne wie BMW und Mercedes./niw/men
ISIN DE0005190003 DE000PAH0038 DE0007100000 DE0007664039 DE000PAG9113
AXC0150 2026-01-12/14:11
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Autor: - dpa-AFX
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