| Hattmannsdorfer und Verbund-Chef Strugl für Industriestrompreis / Wirtschaftsminister machte nur vage Angaben zur Finanzierbarkeit - Verbund-Chef und IHS-Ökonom Weyerstrass langfristig für Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung |
| 12.01.2026 17:02:00 |
---------------------------------------------------------------------
AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Reaktion Neos (letzter Absatz)
---------------------------------------------------------------------
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP)
dürfte die Forderung nach einem niedrigeren Strompreis für die
Industrie mit in die morgige Regierungsklausur nehmen. Wenn
Deutschland Maßnahmen zum Industriestrompreis setzt, bestehe auch in
Österreich "Handlungsbedarf", sagte der ÖVP-Minister am Montag im
Ö1-Radio. Ähnlich sieht das Verbund-Chef Michael Strugl: "Die
Industrie braucht sofort Hilfe, das versteht jeder", sagte er am
Montag im Klub der Wirtschaftspublizisten.
Zur Frage der Finanzierbarkeit angesichts des Sparkurses
antwortete Hattmannsdorfer vage: Eine wettbewerbsfähige Wirtschaft
sei die "Grundlage der Budgetkonsolidierung".
Wirtschaftskammer-Chefin Martha Schultz will konkret einen
geförderten Industriestrompreis von 5 Cent pro Kilowattstunde für
drei Jahre, was den Staat rund 400 Mio. Euro jährlich kosten würde.
IHS-Ökonom für Gegenfinanzierung über Streichung von
Diesel-Privileg
IHS-Ökonom Klaus Weyerstrass sieht aufgrund der "angespannten
öffentlichen Kassen" eine Gegenfinanzierung unabdingbar. Als
Beispiel nannte der Experte etwa die Streichung von Subventionen für
fossile Energieträger - Stichwort: Abschaffung des Dieselprivilegs.
"Irgendwer wird das finanzieren müssen und wir haben gleichzeitig
noch die Klimaziele", sagte Weyerstrass im Ö1-Mittagsjournal. Mit
Blick auf den geforderten Zeitraum von drei Jahren sagte der Ökonom:
Die Stromkosten seien in Österreich auf längere Sicht hoch, ein
längerfristiges Senken könnte nur durch den Ausbau erneuerbarer
Energien gelingen.
Verbund-Chef Strugl hält den subventionierten Industriestrompreis
ebenfalls für eine Übergangslösung: "Längerfristig muss man sich
etwas anderes einfallen lassen". Als Schlüssel zu günstigeren
Strompreisen und mehr Resilienz in Europa sieht auch er den Ausbau
der Stromerzeugung, insbesondere aus erneuerbarer Energie, und der
Netze. Allerdings: "Je nachdem, wie gut und wie kosteneffizient ich
die Transformation gestalte und plane, desto günstiger wird sie",
sagte Strugl. Zentral sei es, den Ausbau von Erzeugung, Netzen und
Speichern bestmöglich aufeinander abzustimmen und netzdienliches
Verhalten bei Verbraucherinnen und Verbrauchern zu fördern. "Rund um
das Thema gibt es eine Menge zu behirnen", sagte Strugl.
Auch die Industriellenvereinigung (IV) bekräftigte am Montag ihre
Forderung nach günstigeren Strompreisen. Hohe Energiepreise, ein
verschärfter internationaler Wettbewerb und eine spürbare
Investitionszurückhaltung gefährdeten Wertschöpfung und
Arbeitsplätze, hatte IV-Präsident Georg Knill gegenüber der APA
bereits Ende Dezember erklärt. Die Grünen waren vergangene Woche
ebenfalls für einen niedrigeren Industriestrompreis eingetreten. Sie
begrüßten am Montag, dass die Regierung den Vorschlag nun
diskutiert.
Strompreise in Europa deutlich höher als global
Das Problem bei der Höhe der Strompreise sei allerdings nicht der
innereuropäische, sondern der globale Vergleich, sagte Strugl: Der
durchschnittliche Industriestrompreis in den USA und China liege
etwa bei 8 Cent pro Kilowattstunde (kWh), in Europa seien es
hingegen 15 Cent je kWh. Bei kleineren Betrieben sei der Preis in
Europa sogar dreimal so hoch. "Das ist das Problem, mit dem sich
Europa massiv auseinandersetzen wird müssen."
Für Haushalts- und Gewerbekunden bietet der Verbund ab März 2026
einen neuen Stromtarif an. Der Strompreis soll darin unter 10 Cent
pro kWh liegen, statt 15,6 Cent je kWh bisher. Bundeskanzler
Christian Stocker (ÖVP) sah in der Preissenkung des teilstaatlichen
Konzerns einen "weiteren großen Schritt" hin zu "günstigen
Energiepreisen". Auch SPÖ-Staatssekretärin Michaela Schmidt sowie
NEOS-Vorsitzende und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger begrüßten
die Preissenkung. Kritik kam hingegen von der FPÖ, sie bezeichnete
die Preissenkung als "Tropfen auf den heißen Stein". Der Strompreis
macht rund ein Drittel auf der endgültigen Rechnung aus, zwei
Drittel entfallen auf Netzkosten und Steuern und Abgaben.
cgh/hel/kre/sag
ISIN AT0000746409
WEB http://www.verbund.com
|
Autor: - APA/cgh/hel/kre/sag
|
| Copyright APA/dpa-AFX. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von APA/dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 25.420,66 | 15,32 | 0,06% |
| TecDax | 3.827,50 | -10,00 | -0,26% |
| MDAX | 32.237,31 | -83,19 | -0,26% |
| Dow Jones (EOD) | 49.191,99 | -398,21 | -0,80% |
| Nasdaq 100 | 25.741,95 | -45,71 | -0,18% |
| S & P 500 (EOD) | 6.963,74 | -13,53 | -0,19% |
| SMI | 13.364,73 | -62,25 | -0,46% |
|
| EUR/US$ | 1,1643 | 0,00 | 0,01% |
| EUR/Yen | 185,4660 | 0,16 | 0,09% |
| EUR/CHF | 0,9330 | 0,00 | 0,04% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8664 | -0,00 | -0,12% |
| Yen/US$ | 0,0063 | 0,00 | -0,06% |
| CHF/US$ | 1,2479 | -0,00 | -0,02% |
|
| baha Brent Indication | 64,85 | 1,20 | 1,89% |
| Gold | 4.629,96 | 27,05 | 0,59% |
| Silber | 85,78 | 1,93 | 2,30% |
| Platin | 2.393,68 | 21,37 | 0,90% |
| |
|
|