| AKTIEN IM FOKUS 2: Autowerte nach neuen EU-Regeln für China-Exporte unter Druck |
| 12.01.2026 18:16:00 |
(neu: Schlusskurse, Auslieferungszahlen VW und Mercedes, Händler zu
Porsche.)
FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Eine neue Leitlinie der Europäischen
Union für den Import von Elektroautos aus China hat die deutschen
Auto-Aktien am Montag belastet. Im Dax war BMW
mit einem Abschlag von 1,7 Prozent der größte
Verlierer. Volkswagen büßte 1,3 Prozent ein. Die
Papiere der Porsche Holding und von Mercedes-Benz
verloren jeweils knapp ein Prozent.
Im MDax sackten die Aktien der Porsche AG
als Schlusslicht sogar um sechs Prozent ab. Ein
Händler verwies als zusätzliche Belastung für die Papiere des
Sportwagenbauers auf Aussagen des Managements bei einer
Analystenkonferenz, wonach die Markterwartungen zum Jahresschluss zu
hoch sein könnten.
Die EU-Kommission zeigte den chinesischen Autobauern zu Wochenbeginn
einen Weg zur Vermeidung der 2024 eingeführten Zusatzzölle auf.
Unternehmen können sich nach einer neuen Leitlinie verpflichten, für
in die Europäische Union exportierte Fahrzeuge Mindestpreise
festzusetzen, um sich die Preisaufschläge zu ersparen. Zudem würden
bei einem entsprechenden Angebot Zusagen zu Investitionen in der EU
oder eine Begrenzung der Exporte positiv angerechnet werden.
Aus Sicht von Citigroup-Analyst Harald Hendrikse ist das ein
weiterer großer Sieg für die chinesischen Hersteller. Zwar könnte
die Vereinbarung BMW und Volkswagen dabei helfen, ihre in China
produzierten Autos günstiger in die EU zu schiffen. Allerdings
dürfte der Konkurrenzkampf in Europa durch chinesische Marken umso
härter werden. Weniger wettbewerbsfähige europäische
Produktionskapazitäten würden weiter entwertet.
Die neue Leitlinie könne Europas Autobauern außerdem nicht auf dem
chinesischen Markt helfen, ergänzte Hendrikse. Es sei unvermeidbar,
dass die europäischen Hersteller dort weitere Marktanteile
verlieren. Die genauen Konsequenzen für die hiesige Branche seien
allerdings erst absehbar, wenn die tatsächlichen Mindestpreise
feststünden.
Entsprechende Preisangebote der chinesischen Autobauer will die
EU-Kommission objektiv und fair bewerten, heißt es in der Leitlinie.
Voraussetzung für die Annahme sei, dass die Maßnahmen die
schädigenden Auswirkungen von Subventionen beseitigten und eine den
Zöllen gleichwertige Wirkung entfalteten. Das Handelsministerium in
Peking begrüßte die erzielten Fortschritte.
Hintergrund der 2024 eingeführten EU-Zusatzabgaben war eine
Untersuchung der EU-Kommission. Diese kam zu dem Ergebnis, dass
Hersteller in China von unfairen Subventionen profitieren, die ihnen
einen erheblichen Vorteil auf dem europäischen Markt verschaffen.
Seitdem variiert die Höhe der Zusatzzölle je nach Hersteller
zwischen 7,8 und 35,3 Prozent. Betroffen sind auch in China tätige
ausländische Konzerne wie BMW und Mercedes.
Die deutschen Autobauer tun sich bereits seit geraumer Zeit auf dem
wichtigen chinesischen Markt äußerst schwer. Rückschläge dort und in
den USA haben bei VW und Mercedes 2025 auch insgesamt für
rückläufige Verkäufe gesorgt. Beide Unternehmen legten zum
Wochenstart Verkaufszahlen vor. Während der VW-Konzern im
abgelaufenen Jahr 0,5 Prozent weniger Fahrzeuge auslieferte als im
Vorjahr, gingen die Verkäufe bei Mercedes sogar um zehn Prozent
zurück./niw/men
ISIN DE0005190003 DE000PAH0038 DE0007100000 DE0007664039 DE000PAG9113
AXC0208 2026-01-12/18:16
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Autor: - dpa-AFX
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