| ROUNDUP/Grönland-Streit: USA und Dänemark sprechen am Mittwoch |
| 13.01.2026 12:39:00 |
Im Streit um US-Ansprüche auf
Grönland trifft sich der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen
an diesem Mittwoch in Washington mit US-Vizepräsident JD Vance und
US-Außenminister Marco Rubio. An dem Treffen soll auch die für
Außenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt
teilnehmen, wie die dänische Nachrichtenagentur Ritzau unter
Berufung auf Rasmussen meldete.
Vance werde auf eigenen Wunsch an dem Treffen im Weißen Haus
teilnehmen, so der dänische Außenminister nach einer Sitzung des
auswärtigen Ausschusses in Kopenhagen. Man wolle die Situation in
einem Rahmen erörtern, wo man sich in die Augen schauen könne.
Weitere Kommentare wolle er derzeit nicht abgeben. Zuvor hatte es
einen tagelangen verbalen Schlagabtausch zwischen unter anderem
US-Präsident Donald Trump und dänischen Politikern wie
Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in der Angelegenheit gegeben.
Trump will Grönland den USA einverleiben.
Dänemark und Grönland hatte daraufhin um das Gespräch gebeten.
Grönland mit seinen rund 57.000 Einwohnern ist weitgehend autonom,
gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark.
US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Tagen erneut mit
der Annexion Grönlands gedroht und dies mit nationalen
Sicherheitsinteressen begründet. Jüngst machte er klar, dass es ihm
um langfristigen Besitz von Grönland geht. "Wir sprechen über
Erwerb, nicht über eine Pacht", sagte er.
Immer wieder rechtfertigt Trump den Gebietsanspruch damit, dass sich
sonst China oder Russland die Insel einverleiben würden. Zudem
verwies er auf die strategische Bedeutung der Insel und auf die
Bodenschätze Grönlands.
US-Ansprüche auf Grönland im Prinzip nicht neu
Trump erhebt seit längerem Besitzansprüche auf Grönland. Schon in
seiner ersten Amtszeit sorgte er für Irritationen, als er Interesse
am Kauf von Grönland anmeldete. Mit der angedrohten Annexion geht er
noch weiter. Das Weiße Haus schloss zuletzt sogar einen
Militäreinsatz ausdrücklich nicht aus.
Dänemark und Grönland weisen Trumps Besitzansprüche seit Wochen mit
Unterstützung zahlreicher europäischer Partner - darunter
Deutschland - vehement zurück. Wenn ein Nato-Land ein anderes
angreife, dann höre alles auf, hatte Dänemarks Regierungschefin
Frederiksen gesagt. Grönland gehört als Teil des Königreichs
Dänemark zur Nato. Die Arktisinsel war bis 1953 dänische Kolonie und
ist inzwischen weitgehend autonom. Für die Sicherheits- und
Verteidigungspolitik ist aber weiter Dänemark zuständig.
Merz will Amerikaner einbinden
Mehrere Nato-Staaten wie Großbritannien hatten sich zuletzt für
einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis ausgesprochen. Ein
Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen Überwachungseinsatz mit dem
Namen "Arctic Sentry" (deutsch etwa: Wächter der Arktis) vor. Er
soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der
strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden
kann. Unterstützt werden die Pläne für eine stärkere Bündnispräsenz
in der Arktis unter anderem von Deutschland und Großbritannien.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht davon aus, dass die USA sich
an einer stärkeren Nato-Präsenz rund um Grönland beteiligen werden.
"Wir teilen die amerikanischen Besorgnisse, dass dieser Teil
Dänemarks besser geschützt werden muss", sagte Merz bei seinem
Indien-Besuch. "Wir wollen einfach die Sicherheitslage für Grönland
gemeinsam verbessern. Und ich gehe davon aus, dass die Amerikaner
sich daran auch beteiligen." In welchem Umfang - "das werden die
Gespräche der nächsten Tage und Wochen zeigen", sagte Merz.
Außenminister Johann Wadephul hat gerade erst eine Bereitschaft für
einen größeren Beitrag Deutschlands zur militärischen Sicherheit in
der Arktis erklärt./ngu/DP/men
AXC0153 2026-01-13/12:39
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Autor: - dpa-AFX
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