| Zuckerpreis-Tief belastet Agrana - Restrukturierung "auf gutem Weg" / Jahresprognose bestätigt - Zuckerproduktion für Agrana "unbefriedigend", Geschäft mit Lebensmittel-und Getränkelösungen profitabel - Einsparungsprogramm läuft von 2024 bis 2028 |
| 13.01.2026 13:46:00 |
---------------------------------------------------------------------
AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Aktienkurs (2. Absatz), Präzisierung Zeitpunkt neues Rüben-Preismodell (7. Absatz)
---------------------------------------------------------------------
Niedrigere Zuckerpreise und die Schließung von zwei
Zuckerfabriken belasten im laufen Geschäftsjahr das Ergebnis der
börsennotierten Agrana. Auch im kommenden Geschäftsjahr 2026/27
bleibt das Zucker- und Stärke-Geschäft laut Agrana-Chef Stephan
Büttner "weiterhin herausfordernd". Bei der eingeleiteten "massiven
Restrukturierung" sei man "schon auf einem guten Weg", sagte Büttner
zur APA.
Der Agrana-Konzerngewinn sank in den ersten drei Quartalen des
Geschäftsjahres 2025/26 (bis Ende November 2025) um rund ein Drittel
auf 9,6 Mio. Euro, der Umsatz ging um 7,9 Prozent auf 2,49 Mrd. Euro
zurück. Die Agrana-Aktie notierte Dienstagmittag an der Wiener Börse
um 1,3 Prozent im Plus bei 11,65 Euro.
Jahresprognose bestätigt
Der Konzern bestätigte am Dienstag die Jahresprognose 2025/2026:
Es soll "einen moderaten Umsatzrückgang" und "einen deutlichen
EBIT-Anstieg" geben. "Wir erwarten einen deutlichen Anstieg auf
einen Wert zwischen rund 45 bis 60 Mio. Euro", erklärte Agrana-Chef
Stephan Büttner im Hinblick auf das EBIT. Der Geschäftsbereich Food
& Beverage Solutions (FBS) habe in den ersten drei Quartalen
"maßgeblich zur Stabilität des Gruppen-EBIT" beigetragen. Im Rahmen
der neuen Konzernstrategie hat die Agrana den gewinnbringenden
Frucht-Geschäftsbereich umbenannt. Das Segment FBS umfasst Produkte
sowie Rezepturen für Molkereien und die Food Service-, Eiscreme-,
Backwaren- sowie Getränkeindustrie.
Das FBS-EBIT stieg von 72,9 Mio. Euro in der Vorjahresperiode
(Q1-Q3) auf nun 89,8 Mio. Euro. Die deutliche Verbesserung war laut
dem Agrana-Chef auf eine positive Geschäftsentwicklung bei
Rezepturen und im Getränkebereich zurückzuführen. Im Blick hat
Büttner auch die Integration des Fruchtsaft-, Konzentrat- und
Aromenherstellers Austria Juice. Die Agrana hatte im Vorjahr die
Anteile am gemeinsamen Joint-Venture von der Raiffeisen Ware Austria
(RWA) übernommen. Die Austria Juice werde als eigenständiges
Unternehmen bestehen, aber man werde stärker zusammenarbeiten,
kündigte der Agrana-Chef an.
Die schwache Konjunkturentwicklung und volatile Ethanolpreise
spürte der Konzern auch im Stärke-Segment. Das Betriebsergebnis sank
in diesem Geschäftsbereich in den ersten drei Geschäftsquartalen von
28,4 auf 18,9 Mio. Euro.
Zuckerproduktion für Agrana "unbefriedigend"
Die Zuckerproduktion ist derzeit ein Verlustbringer für die
Agrana. "Trotz weiterhin unbefriedigender operativer Ergebnisse im
Zuckergeschäft zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung
gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum", so Konzernchef Büttner.
Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen im Zuckersegment würden
aber "Wirkung zeigen". Die Agrana-Zuckerproduktion an den Standorten
Leopoldsdorf im Marchfeld sowie Hrušovany in Tschechien wurde im
März 2025 mit sofortiger Wirkung eingestellt.
Es sei 2026 in Europa noch "eine deutliche Reduktion der
Produktionsmengen" bei Zucker notwendig, um den Markt zu
stabilisieren, sagte der Konzernchef. Anfang Dezember 2025 hat sich
die Agrana mit dem österreichischen Rübenbauernbund auf ein neues
Preismodell für den Zuckerrübenanbau bis 2029 geeinigt. Dies sei
"ein vernünftiger Kompromiss", damit genügend Rüben für die
Agrana-Zuckerfabrik in Tulln angebaut werden.
Einsparungsprogramm läuft von 2024 bis 2028
Wie bereits berichtet, will der Nahrungsmittel- und
Industriegüterkonzern konzernweit bis 2027/28 jährliche Einsparungen
von bis zu 100 Mio. Euro erreichen, vor allem durch
Effizienzsteigerungen und Personalkosten-Reduktion. Im Zeitraum 2024
bis 2028 will die Agrana rund 400 bis 500 Stellen abbauen. Bei
dieser Zahl ist die Schließung der beiden Zuckerfabriken nicht
eingerechnet.
Die Agrana ist bei Endkunden in Österreich vor allem mit ihrer
Marke "Wiener Zucker" bekannt. Der Frucht-, Stärke- und
Zuckerkonzern beschäftigte per Ende November 2025 rund 8.650
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein Rückgang von rund 350
Mitarbeitern (-4 Prozent) zur Vorjahresperiode.
Hoffnung für 2026/27
Der Agrana-Chef will im kommenden Geschäftsjahr 2026/27 nach den
vergangenen Konsolidierungsjahren "den Blick nach vorne richten".
"Wenn die Konjunktur anspringt, dann haben wir eine gute
Ausgangsposition."
cri/bel
ISIN AT000AGRANA3
WEB http://www.agrana.com
|
Autor: - APA/cri/bel
|
| Copyright APA. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von APA ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 25.334,45 | -86,21 | -0,34% |
| TecDax | 3.776,71 | -50,79 | -1,33% |
| MDAX | 31.819,80 | -417,51 | -1,30% |
| Dow Jones (EOD) | 49.191,99 | -398,21 | -0,80% |
| Nasdaq 100 | 25.483,48 | -258,48 | -1,00% |
| S & P 500 (EOD) | 6.963,74 | -13,53 | -0,19% |
| SMI | 13.364,73 | -62,25 | -0,46% |
|
| EUR/US$ | 1,1651 | 0,00 | 0,07% |
| EUR/Yen | 184,4487 | -0,85 | -0,46% |
| EUR/CHF | 0,9319 | -0,00 | -0,09% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8662 | -0,00 | -0,14% |
| Yen/US$ | 0,0063 | 0,00 | 0,56% |
| CHF/US$ | 1,2503 | 0,00 | 0,17% |
|
| baha Brent Indication | 65,58 | 0,73 | 1,13% |
| Gold | 4.616,78 | -13,18 | -0,28% |
| Silber | 90,56 | 4,78 | 5,57% |
| Platin | 2.417,63 | 23,94 | 1,00% |
| |
|
|