| ROUNDUP/Experte: Mindestpreise für E-Autos aus China bringen nichts |
| 13.01.2026 16:01:00 |
Mindestpreise statt Zollaufschläge: Die
neue Strategie der EU zu chinesischen Elektroautos droht nach
Ansicht eines Experten vollständig ins Leere zu laufen. Die
chinesischen Hersteller agierten im europäischen Markt überhaupt
nicht mit Dumpingpreisen, argumentiert der Leiter des privaten
Instituts Center Automotive Research (CAR), Ferdinand Dudenhöffer.
Vielmehr böten sie ihre Modelle hierzulande mehr als doppelt so
teuer an wie auf dem Heimatmarkt.
Nach einer neuen Leitlinie der EU können in China produzierende
Elektroautoherstellern die 2024 eingeführten Zusatzzölle vermeiden,
indem sie Mindestpreise für Auto-Exporte in die Europäische Union
akzeptieren. Zudem würden Investitionen in der EU oder eine
Begrenzung der Exporte positiv angerechnet. Die chinesische Seite
hat die EU-Vorschläge positiv bewertet.
Preiskrieg keine vernünftige Option
Nach EU-Berechnungen profitieren Hersteller in China von unfairen
Subventionen, die ihnen einen Preisvorteil von rund 20 Prozent auf
dem europäischen Markt verschafften. Aus diesem Grund werden seit
2024 Zölle erhoben, die je nach Hersteller zwischen 7,8 und 35,3
Prozent betragen. Betroffen sind auch deutsche und US-amerikanische
Firmen, die in China produzieren. Als Vergeltungsmaßnahme hatte
China Sonderzölle gegen EU-Waren wie Branntwein, Schweinefleisch und
Milchprodukte verhängt.
Laut CAR verkaufen die chinesischen Hersteller ihre Modelle in der
EU mit einem durchschnittlichen Aufschlag von 118 Prozent auf den
Heimatpreis. Die 13 untersuchten Modelle würden in China im Schnitt
für einen Netto-Preis von 14.936 Euro angeboten, während sie in
Europa 32.573 plus Mehrwertsteuer kosten sollen. "Beim aktuellen
Preisniveau in Europa dürfte es für die chinesischen Hersteller noch
deutliche Spielräume für Preissenkungen geben", folgert Dudenhöffer.
Aus seiner Sicht versuchten Hersteller wie BYD, MG oder Great Wall,
in Europa technologisch Aufmerksamkeit zu erregen, etwa mit großen
Reichweiten und praktischen Kleinwagen. Dumping stehe nicht auf dem
Programm: "Hohe Werbe- und Vertriebskosten erlauben bei den kleinen
Verkaufszahlen derzeit keinen Preiskrieg."
Positiver sieht der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe
(ZDK) den EU-Leitfaden für Mindestpreise. Transparente Regelungen
könnten die Zölle ablösen und zu mehr Planungssicherheit für den
Kfz-Handel führen. Für viele Autohäuser seien chinesische
Fahrzeugmarken längst Teil des Geschäftsmodells, erklärt
ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. Die bisherigen Strafzölle hätten auch
Fahrzeuge europäischer Hersteller getroffen. Für Händler bedeute
dies Unsicherheiten bei Preisgestaltung, Absatzplanung und
Kundenberatung. Mindestpreise könnten hier für Stabilität sorgen,
ohne den Wettbewerb grundsätzlich auszuschalten./ceb/DP/men
ISIN DE0005190003 DE0007100000 DE0007664039 US88160R1014 CNE100000296
AXC0212 2026-01-13/16:01
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 25.286,24 | -134,42 | -0,53% |
| TecDax | 3.769,08 | -58,42 | -1,53% |
| MDAX | 31.774,24 | -463,07 | -1,44% |
| Dow Jones (EOD) | 49.149,63 | -42,36 | -0,09% |
| Nasdaq 100 | 25.465,94 | -276,01 | -1,07% |
| S & P 500 (EOD) | 6.926,60 | -37,14 | -0,53% |
| SMI | 13.464,84 | 100,11 | 0,75% |
|
| EUR/US$ | 1,1637 | -0,00 | -0,07% |
| EUR/Yen | 184,4537 | -0,07 | -0,04% |
| EUR/CHF | 0,9321 | 0,00 | 0,05% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8666 | 0,00 | 0,06% |
| Yen/US$ | 0,0063 | 0,00 | -0,05% |
| CHF/US$ | 1,2485 | -0,00 | -0,14% |
|
| baha Brent Indication | 64,33 | -0,52 | -0,80% |
| Gold | 4.616,78 | -13,18 | -0,28% |
| Silber | 90,56 | 4,78 | 5,57% |
| Platin | 2.417,63 | 23,94 | 1,00% |
| |
|
|