| ROUNDUP: Boeing kommt ein Stück aus Krisen-Tief - Mehr Neuaufträge als Airbus |
| 13.01.2026 18:30:00 |
Der US-Flugzeugbauer Boeing hat
nach seiner verschärften Krise von 2024 im vergangenen Jahr wieder
deutlich mehr Jets ausgeliefert. Insgesamt fanden 600 neue
Passagier- und Frachtflugzeuge den Weg zu ihren Käufern, wie Boeing
am Dienstag in Seattle mitteilte. Im Vorjahr waren die
Auslieferungen auf 348 Maschinen eingebrochen, nachdem die
US-Luftfahrtbehörde FAA den Konzern wegen eines Beinahe-Unglücks und
etlicher Produktionsmängel unter strenge Aufsicht gestellt hatte.
Auch 2025 lag Boeing noch weit hinter dem weltgrößten Flugzeugbauer
Airbus , der trotz eines Rückschlags kurz vor
Jahresende insgesamt 793 Passagierjets auslieferte. Bei den
Bestellungen lag Boeing im vergangenen Jahr mit brutto 1.175
Maschinen hingegen vor seinem Konkurrenten aus Europa, der brutto
auf genau 1.000 neu bestellte Maschinen kam. Auch nach Abzug von
Stornierungen ließ Boeing seinen Rivalen beim Auftragseingang hinter
sich.
An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an: Die Boeing-Aktie gewann
am Dienstag merklich an Wert und lag zuletzt mit 2,7 Prozent im Plus
bei 246,51 Dollar. Während die Airbus-Aktie am Nachmittag so teuer
gehandelt wurde wie nie zuvor, ist die Boeing-Aktie von ihren
Höchstständen von rund 446 Dollar aus dem März 2019 weit entfernt.
Denn seit den tödlichen Abstürzen zweier Mittelstreckenjets vom Typ
737 Max in den Jahren 2018 und 2019 steckt Boeing in einer schweren
Krise. Nach mehr als anderthalb Jahren Flugverbot für die
Modellreihe dürfen die Maschinen dank technischer Verbesserungen
zwar schon seit Herbst 2020 wieder starten, doch bei Boeing tauchten
immer neue Qualitäts- und Produktionsmängel auf - auch bei anderen
Modellen.
Nachdem eine 737 Max Anfang 2024 im Flug ein türgroßes Rumpfteil
verlor, griffen die Behörden schließlich durch. Boeing durfte die
Produktion der Reihe seitdem vorerst nicht mehr ausweiten.
Inzwischen wurden die Beschränkungen etwas gelockert. Insgesamt
lieferte Boeing im vergangenen Jahr 440 Exemplare der 737 Max aus.
Die Finanzzahlen des vergangenen Jahres will Boeing erst am 27.
Januar veröffentlichen. Nachdem der Konzern in den ersten neun
Monaten bereits einen Fehlbetrag von fast sechs Milliarden US-Dollar
(5,1 Mrd Euro) verbucht hatte, zeichnet sich für 2025 allerdings
schon das siebte Verlustjahr in Folge ab.
Das liegt vor allem an einer weiteren Verzögerung beim
modernisierten Großraumjet 777X. Boeing hatte die Auslieferung des
ersten Exemplars im Oktober auf das Jahr 2027 verschoben und dafür
eine Belastung von fast fünf Milliarden Dollar verbucht. Der Jet
liegt damit nun sieben Jahre hinter den ursprünglichen Plänen
zurück.
Obgleich Boeing im vergangenen Jahr mehr Bestellungen hereinholte
als Airbus, sitzt der europäische Hersteller auf einem weitaus
dickeren Auftragsbuch. Ende 2025 lag Airbus' Auftragsbestand bei
8.754 Maschinen. Boeing kam auf 6.720 Jets - rund 2.000 weniger.
Zieht man problemlos kündbare Bestellungen ab, waren es bei Boeing
sogar nur 6.130 Stück./stw/err/men/nas
ISIN US0970231058
AXC0253 2026-01-13/18:30
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Autor: - dpa-AFX
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