| Allianz: KI birgt große Gefahr für Unternehmen |
| 14.01.2026 05:53:00 |
Künstliche Intelligenz (KI) hat sich nach
Einschätzung der Allianz zu einem der größten
globalen Geschäftsrisiken für Unternehmen entwickelt. Im neuen
"Risikobarometer" des Unternehmensversicherers Allianz Commercial
ist die KI vom zehnten auf den zweiten Platz hinter dem langjährigen
Spitzenreiter Cyberkriminalität emporgeschossen.
Beides steht in Zusammenhang: Kriminelle Hacker nutzen demnach in
wachsendem Umfang KI für ihre Attacken. Doch kann die Nutzung von KI
laut Risikobarometer auch ohne jede böse Absicht gefährlich für ein
Unternehmen sein, etwa wenn Manager und Mitarbeiter auf Basis
falscher Daten und Informationen falsche Entscheidungen treffen.
Die drei Hauptgefahren stehen in Zusammenhang
Auf Rang drei der größten globalen Geschäftsrisiken stehen in diesem
Jahr Betriebsunterbrechungen. Auch dabei gibt es eine Verbindung zu
Cyberangriffen: Eine häufige Ursache von Betriebsunterbrechungen ist
Online-Erpressung: Die Hacker lähmen die Rechnersysteme eines
Unternehmens per Verschlüsselung und fordern für die anschließende
Entschlüsselung hohe Summen.
Allianz Commercial ist eine Tochter des Münchner Dax
-Konzerns, das Unternehmen publiziert sein
"Risikobarometer" alljährlich zu Jahresbeginn. Die Einschätzungen
basieren auf der Befragung von 3.338 Fachleuten aus 97 Ländern im
vergangenen Herbst. Darunter sind Führungskräfte und Manager anderer
Unternehmen, Risiko- und Schadenberater, Versicherungsmakler,
Experten von Branchenverbänden sowie auch Allianz-Mitarbeiter. Die
Antworten der Befragten unterscheiden sich von Land zu Land,
allerdings nicht grundlegend: So landeten die KI-Risiken in
Deutschland auf Platz vier, in der Schweiz auf dem zweiten Rang, in
Österreich dagegen sogar auf Platz eins.
KI Fluch und Segen zugleich
Die KI ist demnach ein zweischneidiges Schwert: Eine Mehrheit der
Unternehmen sieht die Technologie als Chance, nicht zuletzt für die
automatisierte Abwehr bösartiger Cyberattacken. Doch gleichzeitig
sehen etliche der befragten Fachleute große Gefahren: KI berge ein
immer schneller voranschreitendes Risiko, sagte Michael
Furtscheller, der regionale Geschäftsleiter für Deutschland und die
Schweiz - "vielleicht auch Fluch und Segen".
KI erleichtert Tätern das Werk
Demnach nutzen Cybertäter KI unter anderem für die Perfektionierung
von "Social Engineering", um als Führungskräfte zu posieren und
deren Untergebene zu täuschen. "Durch Schreiben von sehr
zugeschnittenen E-Mails, dass man dort klicken oder sonst etwas tun
soll, sei es mit Clonings oder der Generierung von Sprache, oder
sogar der Fälschung von Videos", erläuterte Michael Daum, Leiter der
Cyberschaden-Bearbeitung. "Die große Mehrzahl der Angriffe, die wir
sehen, erfordert nach wie vor das Zutun eines Menschen - in der
Regel eines Mitarbeiters - den Angriff zu ermöglichen."
KI birgt für Unternehmen doppelte Gefahr von außen und innen
Doch Attacken von außen sind nach Worten der Allianz-Manager nur
eine Seite des Problems. Risiken für Unternehmen birgt demnach auch
die ganz legale Verwendung von KI-Software durch die eigenen
Mitarbeiter und Führungskräfte. "Die KI per Definition arbeitet mit
einem gewissen Grad an Autonomie und deswegen können die Ergebnisse
falsch oder frei erfunden sein", sagte Allianz Commercial-Managerin
Alexandra Braun. "Und falsche oder auch einmal diskriminierende
KI-Ergebnisse, die können natürlich auch zu Rechtsstreitigkeiten
oder negativen Presseberichterstattungen und dann zu Reputations-
und Imageverlust führen für Unternehmen." Zu den KI-eigenen Risiken
zählen demnach auch Urheberrechtsverletzungen, wenn die Software
geschützte Informationen abschreibt oder verwendet.
Breite Palette der übrigen Risiken: von der Politik bis zur
Explosion
Die übrigen Risiken unter den globalen Top Ten reichen von der
Politik über die Natur bis zu den hergebrachten Unsicherheiten des
Geschäftslebens. Auf Platz vier stehen Gesetzgebung und Regulierung,
was sich sowohl auf die US-Zollpolitik und sonstige Handelshemmnisse
als auch die in vielen Ländern beklagte Bürokratie bezieht. Auf den
nächsten beiden Rängen folgen Naturkatastrophen und Klimawandel,
anschließend politische Instabilität und Gewalt, negative
volkswirtschaftliche Entwicklungen etwa durch Inflation, Feuer und
Explosionen. Platz zehn nimmt die Ungewissheit über
Marktentwicklungen ein, seien es neue Wettbewerber, Firmenübernahmen
oder sonstiger Wandel./cho/DP/zb
ISIN DE0008404005
AXC0012 2026-01-14/05:53
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Autor: - dpa-AFX
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