| ROUNDUP/WEF: Furcht vor geoökonomischer Konfrontation wächst |
| 14.01.2026 11:35:00 |
Die Gefahr einer geoökonomischen Konfrontation
ist nach Einschätzung von Entscheidungsträgern weltweit deutlich
gestiegen. Im Bericht über globale Risiken der Stiftung World
Economic Forum (WEF) steht das Thema in diesem Jahr mit Abstand an
erster Stelle.
Gemeint ist mit "geoökonomischer Konfrontation" nach der
WEF-Definition der "Einsatz wirtschaftlicher Hebel durch globale
oder regionale Mächte zur Neugestaltung der wirtschaftlichen
Interaktionen zwischen Nationen".
18 Prozent von gut 1.300 Expertinnen und Experten aus Unternehmen,
Wissenschaft, Regierung, internationalen Organisationen und der
Zivilgesellschaft sehen eine solche Konfrontation als größte Gefahr
für eine globale Krise in diesem Jahr, wie aus dem Bericht
hervorgeht. Er erscheint wenige Tage vor dem traditionellen
WEF-Jahrestreffen in Davos (19.-23.1), bei dem US-Präsident Donald
Trump seine Teilnahme zugesagt hat.
In Deutschland wird in einer separaten Umfrage, die unter Managern
in einzelnen Ländern durchgeführt wird, als größtes Risiko "negative
Auswirkungen von Technologien der künstlichen Intelligenz" genannt.
Vor einem Jahr stand an erster Stelle noch Arbeits- und
Fachkräftemangel.
WEF-Geschäftsführerin Saadia Zahidi betont, dass es sich bei dem
Bericht nicht um Prognosen, sondern um Risikoeinschätzungen handelt.
Die Probleme seien noch nicht eingetreten. Es komme nun darauf an,
welche Entscheidungen Führungskräfte treffen. "Es bleibt sicherlich
noch Zeit zum Handeln."
Was geoökonomische Konfrontation bedeutet
Das WEF nennt die US-Politik von Präsident Donald Trump zwar nicht
beim Namen. Aber die Fortsetzung der Definition klingt nach einer
Beschreibung der amerikanischen Politik: "Einschränkung von Waren,
Wissen, Dienstleistungen oder Technologien mit dem Ziel,
Selbstversorgung aufzubauen, geopolitische Rivalen einzuschränken
und/oder Einflussbereiche zu konsolidieren. Dazu gehören unter
anderem: Währungsmaßnahmen, Investitionskontrollen, Sanktionen,
staatliche Beihilfen und Subventionen sowie Handelskontrollen."
Zahidi betonte aber bei einer Pressekonferenz, das nicht nur ein
oder zwei Länder in diese Richtung gehen, sondern ein genereller
Trend zu beobachten sei. Führungskräfte müssten sich fragen, ob man
im Fall einer globalen Krise noch auf globale Zusammenarbeit wie bei
der Finanzkrise 2007/2008 setzen könne. Wenn wirtschaftspolitische
Instrumente zu Waffen statt Mitteln der Zusammenarbeit werden,
stiegen die Risiken.
Extremwetter langfristig größtes Risiko
Am zweithäufigsten nannten die im August und September 2025
Befragten staatliche Konflikte als Risiko, das eine globale Krise
auslösen könnte, gefolgt von Extremwetter. Vor einem Jahr war die
Reihenfolge anders: staatliche Konflikte vor Extremwetter und
geoökonomischer Konfrontation.
Auch mit Blick auf die kommenden zwei Jahre bleibt demnach das Thema
das mit dem größten Krisenpotenzial: geoökonomische Konfrontation
rückte im Vergleich zur Umfrage ein Jahr zuvor vom neunten auf den
ersten Platz. Risiken wie eine Wirtschaftsflaute, Inflation, das
Platzen von Vermögensblasen und die Beeinträchtigung kritischer
Infrastruktur werden deutlich höher eingeschätzt. Auf zehn Jahre
gesehen gelten Extremwetter und der Verlust der Artenvielfalt als
größte Risiken.
Davos ohne Schwab
In einer Welt, in der Mächte versuchten, ihre Einflusssphären zu
sichern, sei der Geist des Dialogs unverzichtbar, meint WEF-Chef
Børge Brende. Dazu diene auch das WEF-Treffen in Davos. Dort treffen
sich seit Jahrzehnten einmal im Jahr rund 3.000 Führungskräfte aus
Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu aktuellen Themen. Es ist das
erste Forum nach dem unfreiwilligen Rücktritt von WEF-Gründer Klaus
Schwab./oe/DP/mis
AXC0120 2026-01-14/11:35
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Autor: - dpa-AFX
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