| Studie: Kaufkraft legt stark zu - 1.466 Euro mehr pro Kopf |
| 14.01.2026 13:43:00 |
Die Kaufkraft der Menschen in Deutschland
könnte einer Prognose zufolge in diesem Jahr deutlich stärker
steigen als 2025. Im Durchschnitt liegt sie pro Kopf bei 31.193 Euro
und damit um 5 Prozent oder 1.466 Euro höher, teilte der
Marktforscher NIQ mit. Die Summe steht den Verbrauchern demnach für
Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit und Sparen zur Verfügung.
Nach moderaten Anstiegen in den vergangenen Jahren ziehe die
Kaufkraft wieder spürbar an, "weil die verfügbaren Einkommen
deutlich zunehmen", sagt Markus Frank, Geomarketing-Experte bei NIQ.
Grund dafür seien steigende Nettolöhne und Tarifverdienste sowie die
Erhöhung des Mindestlohns. Die reale Kaufkraftentwicklung werde
jedoch durch eine moderate Inflation und Unsicherheiten in der
Zollpolitik gebremst.
Bayern vorn, Berlin unter dem Schnitt
Regional zeigen sich weiterhin große Unterschiede in Deutschland.
Menschen in Bayern verfügen laut Studie mit 33.666 Euro pro Kopf im
Jahr über rund 8 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Die Plätze
zwei und drei belegen unverändert Hamburg (33.019 Euro) und
Baden-Württemberg (32.813). Schlusslicht bleibt Bremen mit einer
Kaufkraft von 27.172 Euro pro Kopf.
Bei den Landkreisen liegen Starnberg (42.751 Euro) und München
(41.355) wie schon im Vorjahr vorn. Beide Regionen liegen bei der
Kaufkraft rund ein Drittel über dem Schnitt. Die Rangliste der
Stadtkreise mit mehr als 500.000 Einwohnern führt München (40.800
Euro) vor Düsseldorf (35.715) an. Berlin kommt mit 30.178 Euro auf
gut drei Prozent weniger als der Bundesdurchschnitt.
Inflation entscheidet maßgeblich
Die von NIQ berechneten Werte sind nominal und berücksichtigen die
Inflation nicht. Wie stark der Zuwachs tatsächlich bei den Menschen
ankommt, hängt davon ab, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln.
Dem Ifo-Institut zufolge dürfte die Inflationsrate in diesem Jahr
bei 2,2 Prozent liegen - und damit auf dem gleichen Niveau wie 2025.
Das Kaufkraft-Plus betrug im vergangenen Jahr laut NIQ 2,1 Prozent
und konnte die Preissteigerungen somit nicht ganz ausgleichen.
In die Auswertung der Marktforscher fließt das verfügbare
Nettoeinkommen inklusive staatlicher Transferzahlungen wie Renten,
Arbeitslosen- und Kindergeld ein. Nicht berücksichtigt sind die
Ausgaben für Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Mieten und
Nebenkosten wie Gas oder Strom sowie Bekleidung. Steigen diese
Ausgaben stärker, bedeutet ein Anstieg der Kaufkraft nicht
zwangsläufig, dass den Menschen mehr Geld für den Konsum bleibt.
Grundlage der Berechnungen sind unter anderem die Lohn- und
Einkommensteuerstatistik, Daten zu staatlichen Leistungen sowie
Prognosen der Wirtschaftsinstitute./cr/DP/stk
AXC0156 2026-01-14/13:43
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Autor: - dpa-AFX
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