| ROUNDUP: Durchbruch für neue Gaskraftwerke in Deutschland |
| 15.01.2026 17:56:00 |
Die EU-Kommission und die Bundesregierung haben
einen Durchbruch zum Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland erzielt.
Es gebe eine Grundsatzeinigung mit der Europäischen Kommission über
Eckpunkte der Kraftwerksstrategie, teilte das
Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mit. Die neuen Kraftwerke
sollen die Versorgungssicherheit in Deutschland gewährleisten.
Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU)
sagte: "Die Verständigung zur Kraftwerksstrategie ist ein
entscheidender Schritt für die Versorgungssicherheit in
Deutschland." Mit kurzfristigen Ausschreibungen über zwölf Gigawatt
neuer, zusätzlicher steuerbarer Leistung werde auch für die Zukunft
die Grundlage für eine gesicherte Stromversorgung in Deutschland
geschaffen und damit für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.
Erster Schritt
Im Rahmen der Kraftwerksstrategie sollen laut Ministerium in einem
ersten Schritt noch in diesem Jahr 12 Gigawatt (GW) neue, sogenannte
steuerbare Kapazität ausgeschrieben werden. Für 10 GW dieser
Ausschreibungen sei ein "Langfristkriterium" vorgesehen - die
bezuschlagten Kapazitäten müssten aus Gründen der
Versorgungssicherheit über einen längeren Zeitraum am Stück Strom
erzeugen können. Diese Langfristkapazitäten, wie zum Beispiel - aber
nicht ausschließlich - moderne und hocheffiziente Gaskraftwerke,
sollten spätestens im Jahr 2031 ihren Betrieb aufnehmen. Sämtliche
Kraftwerke, die im Rahmen der Kraftwerksstrategie gebaut werden,
sollen wasserstofffähig sein und spätestens bis zum Jahr 2045
vollständig dekarbonisiert werden.
Zur Einordnung: ein modernes Gaskraftwerk hat eine elektrische
Leistung zwischen 500 und 800 Megawatt. Im Koalitionsvertrag hatten
CDU, CSU und SPD angekündigt, den Bau von bis zu 20 Gigawatt an
Gaskraftwerksleistung bis 2030 anreizen zu wollen.
Das EU-Beihilfeverfahren sei mit der Grundsatzeinigung noch nicht
abgeschlossen, so das Ministerium. Die Kraftwerksstrategie müsse
nach Vorlage des Gesetzentwurfs noch abschließend von der
Europäischen Kommission beihilferechtlich genehmigt werden.
Regierung will Anreize schaffen
Geplant ist eine milliardenschwere staatliche Förderung für den Bau
der neuen Gaskraftwerke. Bisher zögern Unternehmen mit
Investitionen. Wenn die Kraftwerke vor allem dazu genutzt werden,
Schwankungen auszugleichen, werden sie nur wenig ausgelastet. Das
macht es schwieriger, sie profitabel zu betreiben. Die EU-Kommission
muss dieser Beihilfe zustimmen. Umweltverbände kritisieren den Bau
neuer Gaskraftwerke.
Versorgungssicherheit
Neue Gaskraftwerke sollen die Versorgungssicherheit sichern. Sie
sollen künftig als Backups einspringen, wenn der Strombedarf durch
erneuerbare Energien nicht zu decken ist - in "Dunkelflauten", wenn
keine Sonne scheint und kein Wind weht. Aus der Kernenergie ist
Deutschland ausgestiegen. Aus der Kohleverstromung will Deutschland
schrittweise bis zum Jahr 2038 aussteigen, damit geht viel
sogenannte gesicherte Leistung verloren./mjm/DP/nas
ISIN DE000ENAG999 DE0007037129 DE000UNSE018
AXC0290 2026-01-15/17:56
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Autor: - dpa-AFX
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