| AKTIEN IM FOKUS: Chemiewerte unter Druck - Experten: Zeiten bleiben schwierig |
| 16.01.2026 11:19:00 |
Die Erwartung eines erneut
schwierigen Jahres für die Branche hat Chemieaktien am Freitag
belastet. So dürften laut Analyst Alex Sloane von der britischen
Barclays-Bank 2026 maue Absatzvolumina, eine träge Preisentwicklung
sowie fragile Endmärkte das Geschehen prägen.
Für den europäischen Branchenindex Stoxx Europe 600
Chemicals ging es am Vormittag um überdurchschnittliche 1,37 Prozent
nach unten. Damit wackelt die jüngste Erholung, nachdem der Index
2025 in einem insgesamt sehr starken Börsenumfeld um rund sieben
Prozent gefallen war.
So rangen Chemieunternehmen nicht nur mit den Problemen in
Deutschland und Europa, sondern auch unter der seit Jahren
andauernde schweren Immobilienkrise in China. Zudem drängen
zunehmend chinesische Chemieunternehmen mit Exporten nach Europa.
Die Auslastung der Branche bleibe nahe historischer Tiefststände,
chinesische Exporte drückten weiter die Preise in wichtigen
Lieferketten, und Endmärkte wie Bau sowie Beschichtungen und
Klebstoffe zeigten nur begrenzt Anzeichen eines nachhaltigen
Aufschwungs, so Barclays-Experte Sloane.
Besonders vorsichtig blickt der Experte auf Solvay, Arkema und
Lanxess . Aber auch für Wacker Chemie
könnten sich die Gewinnerwartungen des Marktes als zu hoch erweisen.
Die Lanxess-Aktien waren am Freitag denn auch mit einem Minus von
4,5 Prozent größter Verlierer im MDax , Wacker Chemie
gaben um 1,6 Prozent nach und Evonik um 2,4 Prozent.
Im Leitindex Dax waren die Anteilsscheine von BASF
mit einem Verlust von 2,7 Prozent das Schlusslicht,
die Papiere des Chemikalienhändlers Brenntag hielten
sich mit minus zwei Prozent kaum besser.
Chinas Regierung versucht zwar die Überkapazitäten in vielen
Branchen, die auch im Land selbst zu einem harten Preiskampf führen,
einzudämmen. Sollte diese Kampagne Erfolg habe, wäre das äußerst
positiv auch für europäische Chemieunternehmen, erklärte
Branchenexperte Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan.
Ob sie wirkt, ist laut Udeshi aber schwer einzuschätzen, wirkliche
Belege gebe es nicht. Daher blieben die Aussichten für eine
deutliche Gewinnerholung aufgrund des anhaltenden strukturellen
Drucks vorerst ungewiss./mis/err/jha/
ISIN DE000BASF111 DE0005470405 DE000WCH8881 DE000EVNK013 EU0009658608
AXC0105 2026-01-16/11:19
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Autor: - dpa-AFX
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