| AKTIE IM FOKUS: Klöckner schnellen nach Übernahmeofferte fast auf Angebotspreis |
| 16.01.2026 12:03:00 |
Ein Übernahmeangebot von Worthington Steel
hat die Aktien von Klöckner & Co am
Freitag nach oben schnellen lassen. Der US-Konzern bietet 11 Euro je
Aktie für den Düsseldorfer Stahlhändler. Die Papiere stiegen
daraufhin um 27,3 Prozent bis auf 10,96 Euro, also knapp unter
diesen Angebotspreis. Der Unternehmenswert von Klöckner & Co werde
bei der Transaktion mit 2,4 Milliarden Dollar oder umgerechnet knapp
2,1 Milliarden Euro beziffert.
Bereits im vergangenen Dezember wurden Übernahmeverhandlungen
zwischen den beiden Unternehmen bekannt. Davon angetrieben sprangen
die Aktien über ihren Abwärtstrend und legten bis zum Vortag in der
Spitze bereits um fast 50 Prozent zu. Seit Jahresbeginn haben die
Anteilsscheine im Kleinwerte-Index SDax nun um mehr
als ein Drittel zugelegt, in den vergangenen zwölf Monaten sogar um
rund 145 Prozent.
Großaktionär Friedhelm Loh, der über die Swoctem GmbH 41,5 Prozent
der Klöckner-Aktien hält, unterstütze das Übernahmeangebot.
Worthington Steel möchte mindestens 65 Prozent der Anteile von
Klöckner & Co und rechnet mit einem Abschluss der Transaktion in der
zweiten Jahreshälfte. Klöckner soll nach dem Zusammenschluss weiter
eigenständig bleiben. Worthington will im Aufsichtsrat als
"strategischer Partner" vertreten sein.
Analyst Christian Cohrs von Warburg Research hält die
Übernahmeofferte für attraktiv. Der von Worthington Steel gebotenen
Preis liege fast doppelt so hoch wie der eigenständige faire Wert
des Stahlhändlers von 6,15 Euro. Die Offerte ermögliche es
Investoren, in einem herausfordernden europäischen Marktumfeld den
wahren Wert des Unternehmens zu realisieren und dabei die Risiken zu
umgehen, die bei dem Stahlhändler vorhanden seien.
DZ-Bank-Experte Dirk Schlamp hält die Erfolgswahrscheinlichkeit der
Transaktion angesichts der vergleichsweise niedrigen
Mindestannahmeschwelle und der Unterstützung des Vorstandes sowie
von Großaktionär Loh für hoch. Außerdem erwartet er keine
wesentlichen Hürden im Rahmen der regulatorischen Freigaben. Obwohl
eine Nachbesserung des Angebots wenig wahrscheinlich erscheine, sei
es klar positiv.
Auch LBBW-Analyst Jens Münstermann würde nicht auf eine höhere
Übernahmeofferte wetten und empfiehlt den Aktionären, den jüngsten
Kurssprung zu nutzen und die Aktien zu verkaufen. Wer die Aktien
erst andienen wolle, nachdem die Dividende im Mai ausgezahlt wurde,
gehe das Risiko ein, dass die Übernahme möglicherweise scheitere.
Thomas Schulte-Vorwick vom Bankhaus Metzler erachtet die Übernahme
wegen eines hohen Potenzials an operativen Einspareffekten auch als
strategisch sinnvoll. Zudem lobt der Analyst den Verkauf der Becker
Gruppe, den Klöckner separat angekündigt hatte. Die
Multi-Metals-Plattform im Flachstahlsektor biete nur eine schwache
Profitabilität, das verbleibende Portfolio dürfte dagegen
attraktivere Wachstumschancen bieten./niw/err/stk
ISIN DE000KC01000
AXC0116 2026-01-16/12:03
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Autor: - dpa-AFX
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