| Aktien Frankfurt: Anleger halten sich nach Rally zurück - Siemens Energy gefragt |
| 16.01.2026 14:42:00 |
Nach dem starken Jahresstart am deutschen
Aktienmarkt warten Anleger zum Wochenausklang weiter auf frische
Impulse. Am Dienstag hatte der Dax mit 25.507 Punkten
einen Höchststand erreicht und damit an den Schlussspurt 2025
angeknüpft. Seither fehlt aber die Kraft, die Zeichen stehen auf
Konsolidierung.
Der deutsche Leitindex fiel am Freitagnachmittag um 0,3 Prozent auf
25.288,90 Punkte. Für den MDax , der Index der
mittelgroßen Börsenwerte, ging es um 0,1 Prozent auf 31.900,65
Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
sank um 0,4 Prozent auf 6.020,17 Punkte.
Wenngleich Investoren erst einmal Luft holen, bedeutet dies keinen
Stimmungsumschwung. So trieb zuletzt vor allem die Aussicht auf eine
Belebung der deutschen Wirtschaft den heimischen Aktienmarkt an.
Hinzu kommen der weiter ungebremste Ausbau von KI-Kapazitäten
weltweit sowie die Rüstungsinvestitionen rund um den Globus.
Zugleich nehmen noch Trends wie Robotik und perspektivisch auch die
Weltraumwirtschaft Fahrt auf.
Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, spricht aktuell von einer
Verschnaufpause. Nach dem ereignisreichen Jahresbeginn an den
Krisenschauplätzen Venezuela, Grönland und Iran müssten die
Kapitalmärkte diese geopolitischen Entwicklungen erst einmal
verdauen. "Alles zusammen ließ die Aktienmärkte zunächst auf einen
Konsolidierungspfad einschwenken."
Insbesondere die weiterhin unklare Lage im Iran dürfte kurz vor dem
Wochenende eher für eine gewisse Vorsicht unter Investoren sorgen.
Die USA drohten dem Regime wegen der brutalen Niederschlagung der
Massenproteste erneut mit einem militärischen Eingreifen. Eine
Auseinandersetzung könnte die Ölpreise hochtreiben.
Auf der Unternehmensseite steht zum Wochenschluss der Stahlhändler
Klöckner & Co im Fokus. Der US-Konzern Worthington
Steel bietet 11 Euro je Aktie für die Düsseldorfer,
deren Großaktionär Friedhelm Loh das Angebot unterstützt. Der
KlöCo-Aktienkurs schnellte um 28 Prozent auf 11,02 Euro nach oben.
Bereits seit dem Bekanntwerden von Übernahmeverhandlungen Anfang
Dezember 2025 war es steil nach oben gegangen.
Die Papiere von LEG Immobilien büßten nach einer
Abstufung auf "Neutral" durch Oddo BHF knapp ein Prozent ein. Auch
die Aktien der Norma Group litten unter einem
skeptischen Analystenkommentar und gaben mit einem Minus von 6,7
Prozent einen Großteil ihre Jahresgewinne wieder ab. Die Anlagestory
des Verbindungstechnik-Herstellers stehe auf dem Prüfstand, schrieb
Pal Skirta vom Bankhaus Metzler in einer Studie. Er strich seine
Kaufempfehlung und stuft die Papiere nun mit "Hold" ein.
Aus Branchensicht schwächelten insbesondere Chemiewerte, nachdem die
Analysten von Barclays und JPMorgan wenig Hoffnung auf eine starke
Belebung der schon lange schwächelnden Branche gemacht hatten. Im
Dax verloren Brenntag und BASF 3,7
respektive 2,9 Prozent, im MDax gerieten Evonik ,
Wacker Chemie und vor allem Lanxess
unter Druck.
Gefragt waren auf der anderen Seite Aktien von Unternehmen, die von
der Energiewende und dem KI-Ausbau profitieren. Die Aktien des
Energietechnikkonzerns Siemens Energy gewannen vorne
im Dax drei Prozent, für das Versorgerpapier RWE ging
es um rund eineinhalb Prozent nach oben. Ihnen kam auch der
Durchbruch beim geplanten Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland
zugute.
Drägerwerk knüpften mit einem Anstieg um 6,6 Prozent an ihren
starken Vortag an, an dem der Hersteller von Medizin- und
Sicherheitstechnik mit Eckdaten und einem ersten Ausblick für 2026
überzeugt hatte. Am Freitag stufte Analyst Harald Hof von MWB
Research die Papiere bei einem neuen Kursziel von 95 Euro auf "Buy"
hoch. Die Prognose des Managements für 2026 deute auf eine stärkere
Margendynamik hin als bisher angenommen, so der Experte./mis/stk
--- Von Michael Schilling, dpa-AFX ---
ISIN DE0008469008 EU0009658145 DE0008467416
AXC0138 2026-01-16/14:42
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Autor: - dpa-AFX
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