| FPÖ in Österreich bekräftigt Machtanspruch |
| 17.01.2026 18:16:00 |
Die rechte FPÖ in Österreich hat ihren
Machtanspruch bekräftigt. Bei einem Einzug ins Kanzleramt werde eine
neue Ära beginnen, sagte FPÖ-Chef Herbert Kickl auf dem
Neujahrstreffen der Partei. Die Umfragen, die die Rechtspopulisten
aktuell bei fast 40 Prozent sehen, seien nicht das Ende. "Da geht
noch viel, viel mehr", sagte Kickl vor rund 5.000 Anhängern in
Klagenfurt. Es gehe um klare Machtverhältnisse. Kickl hofft auf eine
absolute Mehrheit bei der nächsten Nationalratswahl. "Das ist
möglich."
Das Land - nach vielen Statistiken eines der reichsten der Erde -
sei in einer katastrophalen Situation, sagte der FPÖ-Chef. Die
Arbeit der aktuellen Dreier-Koalition aus konservativer ÖVP,
sozialdemokratischer SPÖ und liberalen Neos diene nur deren
Machterhalt und nicht den Menschen. Ein FPÖ-Regierungschef werde
dagegen als "Volkskanzler" agieren und unter anderem eine "Festung
Österreich" gegen eine weitere Zuwanderung von Migranten bauen.
Start des Parteiradios "Austria First"
Auf dem Weg zur möglichen Macht baut die FPÖ auch ihr parteieigenes
Medienhaus mit dem Start eines Internet-Radios aus. Unter dem
Sendernamen "Austria First" startete sie ein Programm, das rund um
die Uhr senden will. Österreichs "erstes Patriotenradio", nannte
Kickl es. Die FPÖ betreibt bereits seit 2012 das reichweitenstarke
FPÖ-TV via YouTube und bespielt praktisch alle sozialen Medien.
Die Politologin und FPÖ-Expertin Kathrin Stainer-Hämmerle sieht den
Start des Radios kritisch. Er trage dazu bei, dass sich die Partei
auf vielen Ebenen dem Diskurs weiter entziehe und auf ihre
Parteipropaganda setze. Der Moderator der ORF-Nachrichtensendung
"ZiB2", Armin Wolf, verwies in seinem Blog darauf, dass Kickl in den
letzten Jahren mehr als 50 "ZiB2"-Anfragen abgelehnt habe. Die
Interviews in der Sendung werden oft besonders kritisch geführt.
Radio könnte gerade bei jungen Wählern Erfolg haben
Die FPÖ verfügt nach den vielen Wahlerfolgen der vergangenen Jahre
durch die Parteienfinanzierung nach eigenen Angaben über ein
Millionenvermögen. Die Partei habe sicher kein Geldproblem beim
Radio-Projekt, sagt Stainer-Hämmerle von der Fachhochschule Kärnten.
Für die FPÖ sei es attraktiv, "subtile politische Botschaften in
Unterhaltungsformaten an ein sonst wenig an Politik interessiertes
Publikum" zu richten, so die Expertin mit Blick auf die jungen
Wähler.
Seit der Nationalratswahl 2024 ist im Lager rechts der Mitte der
Abstand zwischen ÖVP und FPÖ deutlich gewachsen. Lag die ÖVP 2024
nur rund zwei Prozentpunkte hinter der FPÖ, beträgt die Differenz
laut Umfragen inzwischen fast 20 Prozentpunkte. Die einzige
realistische Chance, bei der für 2029 geplanten Wahl einen
FPÖ-Kanzler zu verhindern, bestehe ähnlich wie jetzt in einer
Dreierkoalition, sagt der Politikwissenschaftler Peter
Filzmaier./mrd/DP/zb
AXC0035 2026-01-17/18:16
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Autor: - dpa-AFX
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