| Chrupalla wirft Trump wegen Grönland 'imperiale Politik' vor |
| 17.01.2026 18:17:00 |
Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla übt deutliche
Kritik am Vorgehen von Donald Trump gegenüber Grönland und
Venezuela. Der "Welt am Sonntag" sagte Chrupalla zum Beharren des
US-Präsidenten auf seinem Gebietsanspruch auf die Arktisinsel:
"Diese imperiale Politik muss kritisch betrachtet werden. Man muss
aber auch kritisch hinterfragen, inwieweit Donald Trump das wirklich
ernst meint."
Die Europäer müssten ihre Sicherheitsinteressen deutlich machen,
sagte Chrupalla. Erneut würden innerhalb der Nato unterschiedliche
Interessen deutlich. Die Dinge müssten im Dialog und mit Diplomatie
geklärt werden. Skeptisch sieht der AfD-Chef die Erkundungsmission
von Bundeswehrsoldaten auf Grönland. "Die Entsendung von deutschen
Soldaten in Nato-Bündnisgebiet schwächt das westliche Militärbündnis
und stellt es infrage", sagte Chrupalla.
"Wildwest-Methoden" in Venezuela
Kritisch äußerte er sich zum US-Einsatz in Venezuela, bei dem
Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau Cilia Flores von
Elitesoldaten gefangen genommen und nach New York gebracht wurden.
Dort soll ihnen wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden.
"Es darf nicht sein, dass ein Staatsoberhaupt entführt wird, auch
wenn es uns nicht gefällt. Solche Wildwest-Methoden lehne ich ab",
sagte der AfD-Chef. Maduro sei zwar ein Diktator, der Wahlergebnisse
nicht akzeptiere. "Trumps Intervention kann man trotzdem nicht
unterstützen, sie ist nicht im Sinne des Weltfriedens."
Chrupalla warnte ferner vor einer "Einmischung" in den Iran. "Es ist
eine Aufgabe der Iraner, ihre Regierung auszuwählen." Er hoffe,
"dass man im Iran nicht interventionistisch eingreift". "Sonst
würden ein großer Krieg mit unzähligen Toten und Verletzten sowie
weitere Flüchtlingsströme nach Europa folgen, was nicht im deutschen
Interesse wäre", warnte der AfD-Vorsitzende.
AfD-Co-Chef will wieder antreten
Chrupalla steht seit 2019 an der Spitze der Partei, seit 2022
zusammen mit Alice Weidel. Dies will er nach dem Parteitag im Juli
fortsetzen. "Alice Weidel und ich haben die Partei weiter
professionalisiert und noch erfolgreicher gemacht. Diesen Kurs würde
ich gerne gemeinsam fortsetzen und werde daher erneut kandidieren",
sagte Chrupalla./shy/DP/zb
AXC0038 2026-01-17/18:17
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Autor: - dpa-AFX
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