| Tausende demonstrieren gegen Trumps Grönland-Pläne |
| 17.01.2026 18:25:00 |
Tausende Menschen sind in Dänemark und
auf Grönland gegen die Annexionspläne von US-Präsident Donald Trump
auf die Straße gegangen. Während die Demonstrantinnen und
Demonstranten lautstark deutlich machten, dass die riesige
Arktisinsel nicht zum Verkauf stehe, läuft auf Grönland unter
Beteiligung der Bundeswehr eine Erkundungsmission vor einer
Militärübung - und die soll mehrere Monate andauern.
"Das, was wir gerade machen, ist, eine länger andauernde Übung zu
planen, kontinuierlich das ganze Jahr 2026 hindurch und vielleicht
auch ins Jahr 2027 hinein", sagte der Chef des Arktischen Kommandos,
Søren Andersen, der Deutschen Presse-Agentur in Nuuk. Er sprach von
einem möglichen Einsatz von Spezialeinheiten und Flugzeugen.
Trump hatte seine Pläne, Grönland den Vereinigten Staaten
einzuverleiben, immer wieder mit Sicherheitsbedenken wegen einer
Bedrohung durch China und Russland in der Region begründet. Ländern,
die gegen sein Vorhaben eintreten, drohte er zuletzt mit
Strafzöllen. Die Nato-Verbündeten sind überzeugt, dass Grönland, das
Teil des Königreichs Dänemark ist, nicht von den USA übernommen
werden müsse, um die Arktis zu schützen.
Am Freitag waren unter anderem Bundeswehrangehörige auf Grönland
angekommen. "Die Deutschen und unter anderem auch Schweden und
Norweger sind hier oben, um zu eruieren, welche Möglichkeiten für
ein gemeinsames Training es hier gibt", sagte Andersen. Nach
dpa-Informationen sind neben Deutschland auch Schweden, Norwegen,
Großbritannien, die Niederlande und Island Teil der
Erkundungsmission.
Baldige Entscheidung über US-Teilnahme
Andersen sagte der dpa, die USA seien wie alle Nato-Nationen
eingeladen worden, "hier oben zu trainieren". Das Arktische
Kommando, das Teil der dänischen Streitkräfte ist, arbeite täglich
mit dem amerikanischen Militär zusammen. "Einer der Offiziere in
meinem Stab ist Teil des Stabs, der auf der Pituffik Space Base ist,
der amerikanischen Basis in Nordgrönland", sagte Andersen. "Wir
arbeiten mit den USA täglich zusammen, daran hat sich nichts
geändert."
Für die eigentliche Übung seien bislang nur französische Soldaten
vor Ort. "Die anderen Länder sind hier, um sich die Möglichkeiten
anzusehen. Ob die USA sich die Möglichkeiten ansehen, auch mit
anderen Nato-Ländern zu trainieren, darüber werden wir, glaube ich,
innerhalb des nächsten Monats eine Entscheidung haben", sagte
Andersen.
Derzeit werde eine Übung mit F-35-Flugzeugen an der grönländischen
Ostküste durchgeführt. "Da trainieren wir zusammen mit einem
französischen Flugzeug zur Luftbetankung", sagte der Chef des
Arktischen Kommandos. "Es ist nicht alles sichtbar, was gerade
passiert, manches passiert auf dem Wasser, manches in der Luft, aber
natürlich sind die, die jetzt nach Nuuk und Kangerlussuaq kommen,
sehr sichtbar."
US-Parlamentarier wollen mit Rubio sprechen
In Kopenhagen hatten am Samstagmorgen mehrere US-Parlamentarier ihre
Unterstützung des Widerstands gegen Trump bekräftigt. "Grönland ist
Teil Dänemarks, und Dänemark ist ein Nato-Verbündeter", sagte der
demokratische Senator Chris Coons während einer Pressekonferenz in
der dänischen Hauptstadt. "Meiner Meinung nach sollte damit diese
Diskussion beendet sein."
Coons bezeichnete die Aussagen zur Grönlandübernahme aus der
US-Regierung als "nicht konstruktiv". Die derzeitige Behandlung
Dänemarks könne der Beziehung beider Länder nachhaltig schaden. Wie
könne den USA vertraut werden, wenn der Nato-Verbündete Dänemark im
Stich gelassen werde, fragte der den Bundesstaat Delaware
vertretende Coons. Die Delegation kündigte an, mit US-Außenminister
Marco Rubio Kontakt aufnehmen zu wollen.
Die elf US-Parlamentarier, die nach Dänemark gereist waren,
versuchten zu verdeutlichen, dass Trumps Vorhaben in den USA auch
auf Widerstand stoße. Zwar gehörten zu der Gruppe nur zwei Vertreter
von Trumps republikanischer Partei. Dies sei aber kein Zeichen
dafür, dass sich die Republikaner in Gänze nicht für das Thema
interessierten oder schon für eine Seite entschieden hätten, sagte
die republikanische US-Senatorin Lisa Murkowski.
Tausende Menschen auf den Straßen
Sowohl in Dänemark als auch auf Grönland versammelten sich im Laufe
des Samstags Menschenmassen. "Die Botschaft aus Kopenhagen ist laut
und deutlich. Grönland ist keine Handelsware", sagte die
Oberbürgermeisterin der dänischen Hauptstadt, Sisse Marie Welling,
lokalen Medien zufolge.
Auf dem Rathausplatz waren etliche Grönland- und Dänemarkfahnen zu
sehen. "Grönland steht nicht zum Verkauf", war auf einem Schild der
Demonstranten zu lesen. In Aarhus sagte Bürgermeister Anders
Winnerskjold dem Sender DR, Grönland sei "nicht allein". In Nuuk
füllten die Demonstranten die Straßen. "Es wird gesungen", schrieb
der Sender DR in einem Live-Ticker./mj/DP/zb
AXC0043 2026-01-17/18:25
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Autor: - dpa-AFX
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