| ROUNDUP: Irans Sicherheitsbehörden gestatten wieder Nutzung von SMS |
| 17.01.2026 18:35:00 |
Im Iran bleibt der Zugang zum globalen Internet
den zehnten Tag in Folge gesperrt. Seit Samstag können Iranerinnen
und Iraner in dem Land mit rund 90 Millionen Menschen aber erstmals
wieder per Mobilfunk SMS-Textnachrichten versenden, wie Bewohner aus
der Hauptstadt Teheran berichteten. Aus dem Ausland versendete SMS
kommen im Iran nicht an.
Bislang waren alle Messenger-Dienste gesperrt. Als Folge der neuen
Regelung können Menschen auch wieder Online-Banking nutzen. Dafür
ist immer eine Zwei-Faktor-Autorisierung per SMS notwendig.
Regierung setzt auf staatlich kontrolliertes Intranet
Seit vergangenem Wochenende können Nutzer auch auf das nationale
Intranet zugreifen. Dies erlaubt, ausschließlich staatlich
kontrollierte Webseiten zu verwenden. Dienste aus dem Ausland
bleiben blockiert.
Seit Jahren existiert eine Parallelstruktur iranischer Apps zu
beliebten Anwendungen wie WhatsApp, Telegram oder Google Maps -
unter Aufsicht der Sicherheitsbehörden. Damit entfällt faktisch die
Anonymität im Netz.
Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks meldet,
dass im Iran der Zugang zum Internet seit dem 8. Januar fast
vollständig unterbrochen ist. Die Messwerte zeigten einen sehr
leichten Anstieg auf zwei Prozent des normalen Niveaus. Es gebe
keine Anzeichen für eine signifikante Erholung.
Sorge vor längerer Blockade des Internets
Unterdessen wachsen die Sorgen, dass das globale Internet im Iran
noch lange gesperrt bleibt. Das Exilportal "Iranwire" berichtete am
Freitag, die Blockade könnte bis zum persischen Neujahrsfest Ende
März andauern. Das Portal berief sich auf Aussagen der
Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani. Gut informierten Kreisen
in Teheran zufolge ist eine Entscheidung zwar noch nicht gefallen,
es ist jedoch von mindestens zwei weiteren Wochen Sperre die Rede.
Iranische Sicherheitsbehörden hatten die Blockade am Abend des 8.
Januar verhängt. Auslöser war der Beginn von Massenprotesten gegen
das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik.
Sicherheitskräfte gingen dabei gewaltsam vor. Iranische
Menschenrechtsgruppen meldeten mehr als 3.400 Tote. Genaue Zahlen
lassen sich wegen der Informationssperre kaum überprüfen./da/DP/zb
AXC0049 2026-01-17/18:35
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Autor: - dpa-AFX
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