| Japans Regierungschefin kündigt Neuwahlen an |
| 19.01.2026 11:46:00 |
Japans nationalkonservative Ministerpräsidentin
Sanae Takaichi hat vorgezogene Neuwahlen angekündigt. Zu diesem
Zweck werde das Unterhaus zu Beginn der diesjährigen
Parlamentssitzung am 23. Januar aufgelöst, gab die erst seit drei
Monaten amtierende Chefin der Takaichi erwartungsgemäß bekannt. Die
Wahl werde am 8. Februar stattfinden. Die 64-Jährige will ihre
ungewöhnlich hohen Zustimmungswerte nutzen, um die hauchdünne
Parlamentsmehrheit der Koalition aus ihrer Liberaldemokratischen
Partei (LDP) und der konservativ-neoliberalen Partei Ishin
auszubauen.
Die Börse war in Erwartung der Neuwahl auf neue Rekordmarken
gestiegen, da eine größere Regierungsmehrheit es Takaichi
erleichtert, ihre Wachstumspläne durch höhere Staatsausgaben
durchzusetzen. Für Reformen brauche es politische Stabilität, sagte
Takaichi. Sie war erst Ende Oktober zur ersten Ministerpräsidentin
ihres Landes gewählt worden. Die Entscheidung zur vorgezogenen
Neuwahl ist nicht ohne Risiko. So bleibt es abzuwarten, ob sich
Takaichis große Beliebtheit im Wahlkampf auf ihre Partei LDP
abfärben wird.
Opposition formiert sich neu
Die seit 1955 fast ununterbrochen regierende Partei hatte wegen
Skandalen ihre Mehrheiten in beiden Kammern des Parlaments zuletzt
verloren. Zudem kündigten die größte Oppositionspartei, die
Konstitutionelle Demokratische Partei Japans des früheren
Ministerpräsidenten Yoshihiko Noda, und die Partei Komeito ihren
Zusammenschluss an. Die neue Zentristische Reformpartei versteht
sich als liberale Alternative zu Takaichis konservativer Koalition.
Die Komeito war 26 Jahre lang Koalitionspartner der LDP, hatte die
Koalition mit der LDP jedoch im Oktober wegen Takaichis harter
Haltung in Fragen der Parteienfinanzierung und der
Sicherheitspolitik aufgekündigt. Die LDP hatte bis dahin von der
Koalition mit der Komeito durch Wahlabsprachen stets
profitiert./ln/DP/tih
ISIN XC0009692440 EU0009652627 JP9010C00002
AXC0126 2026-01-19/11:46
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Autor: - dpa-AFX
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