| Aktien Frankfurt Eröffnung: Zollkonflikt mit USA belastet den Dax weiterhin |
| 20.01.2026 09:18:00 |
Der deutsche Aktienmarkt bleibt durch die am
Wochenende wieder aufgeflammten Zollsorgen auch am Dienstag
angeschlagen. Für den Dax , der zum Wochenauftakt
wieder unter die runde Marke von 25.000 Punkten gerutscht war, geht
die Korrektur der vorherigen Rekordjagd weiter.
Der deutsche Leitindex sank in den ersten Handelsminuten um 0,8
Prozent auf rund 24.750 Punkte. In der Vorwoche hatte er noch eine
Bestmarke von 25.507 Punkten erreicht. Der MDax der
mittelgroßen Börsenwerte sank am Dienstag um 1,2 Prozent auf 31.021
Punkte, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
moderatere 0,6 Prozent verlor. Er hatte in der Vorwoche ebenfalls
Rekorde erzielt.
US-Präsident Donald Trump hatte den europäischen Anlegern am
Wochenende die Laune verhagelt. Wegen des Grönland-Streits hatte er
Strafzölle ab Februar angekündigt, die zum 1. Juni Zölle noch
steigen sollen, sofern kein Abkommen über den Kauf Grönlands durch
die USA erzielt wird. Betroffen von den Zöllen sind acht europäische
Nato-Länder, darunter auch Deutschland.
Die Verschärfung der transatlantischen Spannungen und die neue
Zollunsicherheit nagten an der europäischen Anlagestory, schrieb
Beata Manthey, Aktienmarktstrategin der Citigroup. Es liege nun ein
Schatten über der erwarteten Gewinnbelebung europäischer Konzerne.
Manthey strich daher ihre Präferenz für Aktien Kontinentaleuropas
und schätzt sie im globalen Kontext nur noch neutral ein - erstmals
seit mehr als einem Jahr, wie sie betonte. Mit Blick auf einzelne
Branchen ist sie nun besonders skeptisch für Auto- und
Chemiekonzerne. Hier hält sie eine Belebung der Gewinnentwicklung
für besonders schwierig.
Optimistischer äußerte sich Marina Zavolock von Morgan Stanley. Die
neue Zolleskalation erschwere die Lage insgesamt zwar, allerdings
seien die Belastungen höchst individuell, so die Anlageexpertin. Und
letztlich werde Europa in seinem Kurs zu mehr Eigenständigkeit und
Eigenverantwortung bestärkt, was nicht nur Rüstungsinvestitionen,
sondern auch der Reformagenda insgesamt Schub geben dürfte.
Zunächst besonders gelitten hatten am Montag europaweit Autowerte
und Technologiewerte. Der Branchenindex war zeitweise auf den
tiefsten Stand seit Oktober abgesackt. BMW , Mercedes
und VW schwächelten auch am Dienstag,
blieben aber deutlich über ihren Vortagestiefs.
FMC fielen derweil wieder auf das tiefste Niveau seit
Herbst 2024 zurück. Der Dialysekonzern bekomme 2026 aus einigen
Richtungen Gegenwind, schrieb Richard Felton von Goldman Sachs und
strich seine Kaufempfehlung.
Hypoport fielen im SDax um fast 11 Prozent zurück
Richtung November-Zwischentief. Beim Finanzdienstleister ist die
Nachfrage nach Immobilienkrediten im vierten Quartal nach einem bis
dahin starken Jahr leicht zurückgegangen./ag/jha/
ISIN DE0008469008 EU0009658145 DE0008467416
AXC0081 2026-01-20/09:18
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Autor: - dpa-AFX
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