| ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax bleibt unter Druck durch Zollsorgen |
| 20.01.2026 10:05:00 |
Die am Wochenende wieder aufgeflammten
Zollsorgen belasten den deutschen Aktienmarkt auch am Dienstag
deutlich. Für den Dax , der zum Wochenauftakt wieder
unter die runde Marke von 25.000 Punkten gerutscht war, geht die
Korrektur der vorherigen Rekordjagd weiter. Erstmals seit Anfang
Dezember fiel er wieder unter seine 21-Tage-Durchschnittslinie, die
den kurzfristigen Trend abbildet.
Der deutsche Leitindex sank in der ersten Dreiviertelstunde des
Handels um 1,1 Prozent auf 24.682 Punkte. In der Vorwoche hatte er
noch eine Bestmarke von 25.507 Punkten erreicht. Der MDax
der mittelgroßen Börsenwerte sank am Dienstag um 1,3
Prozent auf 30.970 Punkte, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx
50 moderatere 0,9 Prozent verlor. Er hatte in der
Vorwoche ebenfalls Rekorde erzielt.
US-Präsident Donald Trump hatte den europäischen Anlegern am
Wochenende die Laune verhagelt. Wegen des Grönland-Streits hatte er
Strafzölle ab Februar angekündigt, die zum 1. Juni Zölle noch
steigen sollen, sofern kein Abkommen über den Kauf Grönlands durch
die USA erzielt wird. Betroffen von den Zöllen sind acht europäische
Nato-Länder, darunter auch Deutschland.
Die Verschärfung der transatlantischen Spannungen und die neue
Zollunsicherheit nagten an der europäischen Anlagestory, schrieb
Beata Manthey, Aktienmarktstrategin der Citigroup. Es liege nun ein
Schatten über der erwarteten Gewinnbelebung europäischer Konzerne.
Manthey strich daher ihre Präferenz für Aktien Kontinentaleuropas
und schätzt sie im globalen Kontext nur noch neutral ein - erstmals
seit mehr als einem Jahr, wie sie betonte. Mit Blick auf einzelne
Branchen ist sie besonders skeptisch für Auto- und Chemiekonzerne.
Hier hält sie eine Belebung der Gewinnentwicklung für besonders
schwierig.
Optimistischer äußerte sich Marina Zavolock von Morgan Stanley. Die
neue Zolleskalation erschwere die Lage insgesamt zwar, allerdings
seien die Belastungen höchst individuell, so die Anlageexpertin. Und
letztlich werde Europa in seinem Kurs zu mehr Eigenständigkeit und
Eigenverantwortung bestärkt, was nicht nur Rüstungsinvestitionen,
sondern auch der Reformagenda insgesamt Schub geben dürfte.
Zunächst besonders gelitten hatten am Montag europaweit Autowerte
und Technologiewerte. Der Auto-Branchenindex war zeitweise auf den
tiefsten Stand seit Oktober abgesackt. BMW , Mercedes
und VW blieben am Dienstag deutlich
über ihren Vortagestiefs. BMW legten gar etwas zu. Dies gilt auch
für Adidas , die knapp über dem Vorjahrestief zunächst
die Wende schafften.
Bei Siemens Energy strichen Anleger derweil weiter
Gewinne ein. Die Papiere der Münchner hatten mit ihrem Rekord am
vergangenen Donnerstag 2026 bereits wieder 13 Prozent gewonnen,
nachdem sie sich im Vorjahr mit plus 139 Prozent deutlich mehr als
verdoppelt hatten.
FMC fielen wieder auf das tiefste Niveau seit Herbst
2024 zurück. Der Dialysekonzern bekomme 2026 aus einigen Richtungen
Gegenwind, schrieb Richard Felton von Goldman Sachs und strich seine
Kaufempfehlung.
Hypoport fielen im SDax um 12 Prozent
zurück Richtung November-Zwischentief. Beim Finanzdienstleister ist
die Nachfrage nach Immobilienkrediten im vierten Quartal nach einem
bis dahin starken Jahr leicht zurückgegangen.
Derweil schafften Salzgitter hauchdünn einen
neuerlichen Höchststand seit dem Jahr 2018. Das Investmenthaus Oddo
BHF änderte seine Meinung komplett und sprach nach bisheriger
Skepsis eine Empfehlung aus./ag/jha/
ISIN DE0008469008 EU0009658145 DE0008467416
AXC0100 2026-01-20/10:05
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Autor: - dpa-AFX
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