| POLITIK: Verfassungsschützer warnt vor Datensammlung durch E-Autos |
| 20.01.2026 15:58:00 |
Der Thüringer Verfassungsschutz-Chef Stephan
Kramer warnt vor Datenschutz-Risiken durch Elektroautos aus China.
"Die Spionagegefahr durch chinesische Elektroautos ist real", sagte
er dem "Handelsblatt". Gemeint sei jedoch weniger klassische
Spionage als vielmehr "Datenabschöpfung im großen Stil". Wie
gefährlich das sei, hänge stark davon ab, wo und von wem die
Fahrzeuge genutzt würden.
Kramer sieht hohes Risiko für bestimmte Bereiche
Für sicherheitsrelevante Bereiche wie Bundeswehr, Polizei, kritische
Infrastrukturen und das Regierungsumfeld ordnet Kramer das Risiko
demnach als "hoch" ein. Schon die Übertragung von Standortdaten an
externe IT-Systeme in der Cloud sei problematisch.
Für Unternehmen mit sensibler Forschung und Entwicklung sieht Kramer
ein "mittleres bis hohes Risiko". Das gelte insbesondere dann, wenn
Fahrzeuge regelmäßig Forschungsstandorte anfahren, von
Führungskräften genutzt werden oder als "mobiler Besprechungsraum"
dienen.
Es geht nicht nur um chinesische Elektroautos
Nach Kramers Einschätzung bergen Elektroautos grundsätzlich ein
Spionagerisiko, nicht nur chinesische. "Moderne Elektroautos sind
rollende Computer", sagte er. Die Fahrzeuge erfassten und
übermittelten zahlreiche Informationen. Dazu gehörten Standort- und
Bewegungsdaten, Daten aus dem Innenraum über Mikrofone oder Kameras,
Telefon- und Kontaktdaten aus der Verbindung mit Smartphones,
Angaben zum Fahrverhalten sowie Daten aus der Umgebung über
Assistenzsysteme.
Das Bundesinnenministerium will die Lage beobachten. "Aufgrund der
steigenden Marktanteile chinesischer Autohersteller im europäischen
Markt, der geopolitischen Lage und der chinesischen Machtambitionen
ergibt sich die Notwendigkeit, mögliche Risiken chinesischer
Fahrzeuge genau im Blick zu haben", sagte ein Sprecher dem
"Handelsblatt".
Er wies darauf hin, dass chinesische Fahrzeuge "über hochkomplexe,
vernetzte Systeme, die eine große Menge an Daten generieren,
speichern und übermitteln" verfügten.
Hersteller müssen eigentlich für Schutz sorgen
Ein Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der
Informationstechnik (BSI) sagte auf Anfrage der Deutschen
Presse-Agentur, ein Großteil der in Deutschland angebotenen
Neufahrzeuge biete die technische Möglichkeit, während der Fahrt
generierte Daten - Orts-, Kamera- und weitere Sensordaten -
aufzuzeichnen und an Hintergrundsysteme bei den Herstellern
weiterzuleiten. Dies geschehe etwa, um Fahrzeugnutzern Zusatzdienste
anzubieten oder um Produkte weiterzuentwickeln.
Nach EU-Typgenehmigungsrecht seien die Hersteller verpflichtet,
Fahrzeuge "angemessen gegen Cyberangriffe zu schützen und Zugriffe
auf Fahrzeugdaten durch Unberechtigte zu verhindern". Der konkrete
Umfang der generierten Daten und deren Übermittlung sei für die
Kunden allerdings häufig intransparent. Der Sprecher verwies zudem
darauf, dass die tatsächliche Verwendung der Daten durch den
Hersteller insbesondere im Ausland nur schwer überprüfbar
sei./hrz/DP/mis
ISIN DE0005190003 DE0007100000 DE0007664039 US88160R1014 CNE100000296
AXC0240 2026-01-20/15:58
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Autor: - dpa-AFX
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