| ROUNDUP/Aktien New York: Zollstreit belastet US-Börsen nach langem Wochenende |
| 20.01.2026 16:30:00 |
Die Androhung von US-Strafzöllen gegen
europäische Staaten im Streit um Grönland haben nach einem
feiertagsbedingt langen Wochenende am Dienstag auch die Börsen in
New York unter Druck gebracht. Europas Börsen sind bereits seit
Wochenbeginn auf Talfahrt.
Zwischen Washington und Europa war es am Wochenende zur Eskalation
gekommen, nachdem US-Präsident Donald Trump im Streit um die zu
Dänemark gehörende Insel Grönland Strafzölle gegen einige
europäische Länder angedroht hatte. Ab dem 1. Februar sollen diese
bei 10 Prozent liegen. Vom 1. Juni an sollen sie auf 25 Prozent
steigen, sofern kein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA
erzielt wird. Europäische Staats- und Regierungschefs erörtern
unterdessen mögliche Gegenmaßnahmen.
Entgegen den Erwartungen wurde zuletzt noch bekannt, dass es an
diesem Dienstag doch noch keine Entscheidung über die Rechtmäßigkeit
schon geltender US-Zöllen durch den Obersten Gerichtshof geben wird.
Der Dow Jones Industrial sackte im frühen Handel um
1,4 Prozent auf 48.690 Punkte ab. Für den marktbreiten S&P 500
ging es um 1,5 Prozent auf 6.838 Zähler abwärts. Der
von Technologiewerten geprägte Nasdaq 100 büßte 1,6
Prozent auf 25.125 Punkte ein.
"Der Grönland-Streit zeigt: Handelsstreitigkeiten sind bei weitem
noch nicht beigelegt", sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP
Bank. Und sie dürften unter einer Trump-Administration wohl auch ein
"Dauer-Störfeuer" bleiben.
Im Dow war die Aktie von 3M Schlusslicht mit minus
4,5 Prozent. Der Mischkonzern legte Quartalszahlen vor und
enttäuschte mit seinem Gewinnausblick. Zwar will 3M die
Gewinnentwicklung im laufenden Jahr weiter beschleunigen, doch
Analysten hatten mit Blick auf die Mitte der Prognosespanne mehr
erwartet, als das Management in Aussicht gestellt hat.
Dagegen ging es für die Aktie des Streaming-Anbieters Netflix
an der Nasdaq um 0,7 Prozent nach oben. Im
Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers
legte Netflix nach. Das bisherige Gebot von knapp 83
Milliarden US-Dollar inklusive Schulden für das Studio- und
Streaming-Geschäft von Warner wird zu einem kompletten Barangebot.
Konkurrent Paramount bietet gut 108 Milliarden Dollar
für den gesamten Warner-Brothers-Konzern, einschließlich der
dazugehörigen Fernsehsender wie CNN. Paramount verloren 1,0 Prozent,
Warner Bros gaben um 0,5 Prozent nach.
Die Anteilsscheine der Edelmetall-Produzenten Newmont
und Agnico Eagle Mines verteuerten sich um 3,2 und
5,0 Prozent. Sie profitierten von neuen Rekorden der Gold- und
Silberpreise. Die Edelmetalle sind angesichts der vielen
geopolitischen Krisenherde wie der Lage im Iran und Trumps
Zoll-Drohungen als "sichere Häfen" derzeit stark gefragt.
Um 64 Prozent auf 57,55 Dollar sprangen die Aktien von Rapt
Therapeutics nach oben. Der britische Pharmakonzern
GSK will das US-Biotech-Unternehmen kaufen und bietet
den Rapt-Aktionären 58 Dollar je Aktie, was einem Firmenwert von 2,2
Milliarden Dollar entspricht./ck/mis
ISIN US2605661048 US6311011026 US78378X1072
AXC0249 2026-01-20/16:30
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Autor: - dpa-AFX
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