| DAVOS: USA enteilen Europa und China bei Künstlicher Intelligenz |
| 21.01.2026 00:07:00 |
Die Vereinigten Staaten liegen im weltweiten
Wettlauf um Künstliche Intelligenz (KI) deutlich an der Spitze.
Europa folgt auf dem zweiten Platz und liegt damit immerhin knapp
vor China. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der
Beratungsgesellschaft KPMG, für die weltweit über 900
Entscheidungsträger befragt wurden.
Der "Strategic AI Capability Index" (SACI) wurde von KPMG gemeinsam
mit dem KI-Bundesverband und dem britischen Beratungsunternehmen
Oxford Economics entwickelt. Er misst, wie stark KI bereits in der
jeweiligen Wirtschaft genutzt wird, wie tragfähig politische und
rechtliche Rahmenbedingungen sind und wie gut Forschung, Fachkräfte
und Ausbildung in den Volkswirtschaften aufgestellt sind.
Die Führungsposition der USA in der Rangliste mit 75,2 Punkten auf
einer Skala von null bis 100 beruht darauf, dass amerikanische
Firmen die neue Technik zügig und umfassend im Geschäftsalltag
einsetzen. Begünstigt wird dies durch gut funktionierende
Finanzmärkte und den breiten Zugriff auf leistungsstarke Computer.
Zudem profitieren die USA von einer starken Forschung und vielen gut
ausgebildeten Fachleuten, was hilft, KI-Lösungen rasch von der
Testphase in die breite Anwendung zu bringen.
"Die Führungsrolle der USA im Bereich Künstliche Intelligenz ist
kein Zufall", sagte Ashish Madan, Technikchef von KPMG in
Deutschland. Sie beruhe auf dem engen Zusammenspiel von
Investitionen, Forschung und Anwendung. "In der KI-Ökonomie
verstärken sich Vorteile sehr schnell: Wer früh skaliert, verschafft
sich strukturelle Vorteile, die später kaum noch aufzuholen sind."
Europa setzt zu langsam um
Europa liegt in der Gesamtwertung mit 48,8 Punkten deutlich hinter
den USA. Zwar verfügt der Kontinent über eine starke Industrie und
gute Regeln für die Technik, doch diese Vorteile werden
wirtschaftlich kaum genutzt. Die Einführung von KI in Unternehmen
verläuft schleppend; viele Anwendungen bleiben im Versuchsstadium
stecken. Hohe Strompreise, fehlende Rechenleistung und zersplitterte
Finanzmärkte erschweren es, die Technik im großen Stil auszurollen.
Innerhalb Europas zeigt sich jedoch je nach Region ein geteiltes
Bild: Großbritannien und Irland schneiden am besten ab und bewegen
sich mit 69,2 Punkten fast auf dem amerikanischen Niveau. Die
deutschsprachigen Länder (Deutschland, Österreich, Schweiz) liegen
mit 54 Punkten im Mittelfeld. Mittel- und Osteuropa (28,8 Punkte)
sowie Südeuropa (26,3) fallen dagegen deutlich ab, da es dort oft an
Geld und technischer Ausstattung fehlt.
China leidet unter fehlendem Austausch
China landet in der Bewertung mit 48,2 Punkten nur knapp hinter
Europa. Das Land sei zwar stark bei der Anmeldung von KI-Patenten
und kontrolliere wichtige Bauteile für die Computertechnik, doch die
Zusammenarbeit mit dem Ausland sei gering. Diese Abschottung bremst
den Wissensaustausch und verhindert oft, dass KI in der Wirtschaft
gewinnbringend eingesetzt wird.
Empfehlungen der Berater
Die Studie empfiehlt Europa, die eigene Eigenständigkeit zu stärken,
ohne sich abzuschotten. Um den Rückstand aufzuholen, müssten
Genehmigungsverfahren beschleunigt und mehr Geld für wachsende
Firmen bereitgestellt werden. Zudem brauche es eine Reserve an
Rechenleistung für junge Unternehmen sowie mehr Fachkräfte, auch
durch Zuwanderung. Ziel müsse es sein, technische Abhängigkeiten zu
verringern und KI schneller in die Breite der Wirtschaft zu
tragen./chd/DP/he
AXC0001 2026-01-21/00:07
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Autor: - dpa-AFX
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