| ROUNDUP: Deutsche Börse will Allfunds für Milliardensumme kaufen - Kurssprünge |
| 22.01.2026 09:59:00 |
Die Deutsche Börse
setzt zur größten Übernahme ihrer Geschichte an und legt ein
milliardenschweres Angebot für die Fondsplattform Allfunds
vor. Deutschlands größter Börsenbetreiber bietet den
Allfunds-Aktionären für jedes Papier 8,80 Euro, davon 6 Euro in bar
und den Rest in eigenen Aktien sowie in Form einer Bardividende.
Insgesamt summiert sich das Angebot auf 5,3 Milliarden Euro, wie der
Dax-Konzern am Mittwochabend in Eschborn mitteilte.
Am Finanzmarkt kamen die Neuigkeiten am Donnerstag gut an.
Die Aktie der Deutschen Börse gewann kurz nach Handelsstart rund 4,4
Prozent auf 218,40 Euro und war damit einer der stärksten Titel im
Dax. Das Papier von Allfunds legte um 4,3 Prozent auf 8,30 Euro zu.
Damit lag der Kurs jedoch noch unter der Übernahmeofferte. Die
Deutsche Börse hatte Ende November bestätigt, dass sie exklusive
Gespräche mit Allfunds führt und hatte dabei bereits den nun
gebotenen Kaufpreis genannt.
Allfunds bietet Managern und Verkäufern von Investmentfonds Systeme
für den Handel und die Ausführung an. Hinzu kommen Instrumente für
die Datenanalyse und Compliance-Dienstleistungen. Das verwaltete
Vermögen von Allfunds belief sich Ende 2025 auf rund 1,7 Billionen
Euro. Die größten Aktionäre des spanisch-britischen Unternehmens
sind der Finanzinvestor Hellman & Friedman und die französische Bank
BNP Paribas , die in Summe knapp die Hälfte der
Anteile halten.
Die Direktoren von Allfunds unterstützten die geplante Übernahme
einstimmig, teilte die Deutsche Börse weiter mit. Fast 49 Prozent
des Allfunds-Aktienkapitals seien bereits angedient worden, die
Schwelle liegt bei 75 Prozent.
Die Deutsche Börse rechnet damit, dass der Gesamtkonzern seine
jährlichen Kosten durch den Zusammenschluss um 60 Millionen Euro vor
Steuern senken kann. Einen Vollzug der Übernahme erwartet sie
vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen im ersten Halbjahr
2027.
Die Übernahme werde eine "harmonisierte Plattform mit globaler
Reichweite" schaffen, die es Privatanlegern erleichtere, ihre
Ersparnisse in Kapitalanlagen wie Investmentfonds zu investieren.
Bereits im November hatte die Deutsche Börse erklärt, von einer
kombinierten Plattform könnten Kunden und die EU-Aktienmärkte
erheblich profitieren.
Kommt der Deal zustande, wäre es die größte Übernahme in der
Geschichte der Deutschen Börse. Der bisher teuerste Zukauf des
Börsenbetreibers war die Übernahme des dänischen Softwareanbieters
Simcorp für 3,9 Milliarden Euro im Jahr 2023.
Branchenexperte Enrico Bolzoni von der US-Bank JPMorgan rechnet
damit, dass Allfunds gleich im ersten Jahr nach der Übernahme mit
einem hohen einstelligen Prozentsatz positiv zum Gewinn der
Deutschen Börse beiträgt. Dem Aktienkurs des Dax-Konzerns traut er
weiterhin einen Anstieg auf 298 Euro zu.
Deutsche-Börse-Chef Stephan Leithner will Deutschlands größten
Börsenbetreiber mit der Übernahme noch unabhängiger von
Börsenschwankungen machen. Diesen Kurs hatte bereits sein Vorgänger
Theodor Weimer eingeschlagen./als/stw/tav/stk
ISIN FR0000131104 DE0005810055 GB00BNTJ3546
AXC0085 2026-01-22/09:59
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Autor: - dpa-AFX
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