| OMV-Chef Stern warnt vor zu strengen Regeln bei Plastik-Recycling / Wegwerfen derzeit noch billiger als Wiederverwerten - Wachstumschance für die OMV |
| 22.01.2026 12:08:00 |
Der Chef des österreichischen Öl- und
Chemiekonzerns OMV, Alfred Stern, hat vor zu strikten Vorschriften
beim Aufbau einer Kreislaufwirtschaft für Plastik gewarnt. Die
Branche stecke in einem "Innovator's Dilemma": Neue
Recycling-Technologien müssten gegen Lieferketten antreten, die über
70 bis 100 Jahre optimiert worden seien, sagte Stern am Donnerstag
bei einer Podiumsdiskussion auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.
Zu harte Vorgaben könnten die Entwicklung dieser noch jungen
Verfahren abwürgen, bevor sie wettbewerbsfähig seien. Aktuell sei es
schlicht kostengünstiger, Plastik zu produzieren, zu nutzen und
wegzuwerfen, als es wiederzuverwerten. Nötig seien daher finanzielle
Anreize, um diesen Kreislauf zu schließen und Investitionen in
Sammelsysteme lohnend zu machen.
Wachstumschance für die OMV
Für die OMV sei das Thema dennoch eine Wachstumschance, betonte
Stern. Der Konzern investiere massiv, etwa gemeinsam mit dem
Dienstleister Interzero in Europas größte Sortieranlage in Walldürn
in Baden-Württemberg. Zudem verfüge man bereits über Kapazitäten von
200.000 Tonnen für mechanisches und 16.000 Tonnen für chemisches
Recycling. Aktuell gebe es bei den Kunden eine "Koalition der
Willigen", die bereit sei, diesen Weg mitzugehen. Doch um die breite
Masse zu erreichen, müsse Recycling wettbewerbsfähig und für den
Verbraucher bequem sein. Innovationen seien der Schlüssel, um die
Kosten zu senken.
Mit Blick auf ein geplantes globales Plastikabkommen forderte der
Manager, die unterschiedlichen Voraussetzungen in den Weltregionen
zu berücksichtigen. Was in Industrieländern machbar sei, könne
Schwellenländer überfordern. Ein Vertrag, der dies ignoriere, werde
scheitern. Zudem sprach sich Stern gegen den Export von Müll aus.
"Abfall sollte ein Rohstoff sein." Europa müsse aufhören, Abfall zur
Wiederaufbereitung in andere Teile der Welt zu verschiffen, sondern
diesen als Rohstoff in der Region halten. Dies stärke am Ende auch
die heimische Wirtschaft.
ivn
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Autor: - APA/Reuters/ivn
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