| Wiener Börse (Nachmittag) - Grönland-Wende treibt ATX auf Rekordhoch / Trump nimmt Zoll-Androhung zurück - Positive Signale auch zur Ukraine - Kursgewinne auf breiter Basis |
| 22.01.2026 14:40:00 |
Nach der Rücknahme neuer US-Zölle im Grönland-Streit
und positiven US-Aussagen zur Ukraine haben die Anleger am
Donnerstag bei heimischen Aktien zugegriffen. Der ATX übersprang
dabei erstmals die Hürde von 5.500 Punkten. Am Nachmittag stand der
Leitindex 2,38 Prozent im Plus bei 5.539 Punkten. Damit steuert das
Börsenbarometer auf den höchsten Tagesgewinn seit vergangenem April
zu.
Für den ATX Prime ging es am Donnerstag 2,32 Prozent auf 2.748
Zähler hoch. Klare Gewinne wurden auch an anderen europäischen
Börsen verzeichnet.
Bereits am Vortag hatte der ATX wie Aktien weltweit positiv
darauf reagiert, dass US-Präsident Trump in seiner Rede in Davos
eine Militäraktion zur Übernahme Grönlands ausgeschlossen hatte.
Nach europäischem Börsenschluss kündigte Trump dann an, dass ein
Rahmen für ein zukünftiges Abkommen entstanden sei und die Zölle
gegen europäische Länder ausgesetzt seien. "Die Risikostimmung hellt
sich auf, da die Zölle vom Tisch sind und die meisten Trends vom
Beginn der Woche kehren sich um", kommentierte Commerzbank-Analyst
Erik Liem.
Für gute Stimmung sorgten womöglich auch optimistische Äußerungen
der USA zu den Verhandlungen über einen Frieden in der Ukraine. Die
Gespräche zur Beendigung des russischen Angriffskrieges sind nach
Angaben des US-Sondergesandten Steve Witkoff weit fortgeschritten.
Die USA könnten der Ukraine bei Zustimmung für einen Friedensplan im
russischen Angriffskrieg erlauben, zollfrei in die USA zu
exportieren, erklärte Witkoff zudem und bezeichnete dies als
möglichen "Gamechanger" für die Ukraine.
In Wien stand die Kursrally am Berichtstag auf breiter Basis -
alle Titel im Leitindex notierten mit Kursgewinnen von mindestens
0,2 Prozent. Mit einem Zuwachs von 4,3 Prozent weit oben zeigten
sich die AT&S-Scheine, die von einer allgemein guten Stimmung für
Halbleiterwerte mit KI-Bezug profitierten. Das Unternehmen kündigte
zudem an, in seinem Leobener Standort zu investieren.
Anteile an der BAWAG verteuerten sich um 2,5 Prozent auf 139,90
Euro. Vor den am 11. Februar anstehenden Jahreszahlen hoben die
Analysten der UBS ihr Kursziel von 127 auf 151 Euro an und
bestätigten ihre Kaufempfehlung. Die Unternehmenszahlen des vierten
Quartals 2025 entwickelten sich nach UBS-Einschätzung positiv, mit
einem sequenziell leicht verbesserten Kreditwachstum, Kosten im
Rahmen der Prognose und keinem Anstieg der risikogewichteten Aktiva,
erklärte Analyst Mate Nemes.
Klar fester zeigten sich auch die anderen Bankwerte. Erste Group
und RBI notierten mit Kursgewinnen von 2,7 respektive 6,1 Prozent.
Mit Aufschlägen zwischen 3,9 und fünf Prozent zeigten sich die
Papiere von SBO, Porr und DO&Co.
spa/szk
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Autor: - APA/spa/szk
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