| Im Juli sperrt Bahn rechtsrheinische Strecke für Sanierung |
| 22.01.2026 18:03:00 |
Für eine Generalsanierung wird die
vielbefahrene rechtsrheinische Bahnstrecke zwischen Troisdorf bei
Bonn und Wiesbaden vom 10. Juli bis zum 11. Dezember komplett
gesperrt. Für Tausende Fahrgäste kann dies fünf Monate andauernde
Unannehmlichkeiten mit Umleitungen und Busersatzverkehr bedeuten.
Mit der Sanierung der gut eineinhalb Jahrhunderte alten Strecke
"bündeln die Bauteams zahlreiche Arbeiten, die die Infrastruktur
langfristig leistungsfähiger und weniger störanfällig machen",
teilte die Deutsche Bahn mit. "Der rund 160 Kilometer lange
Streckenabschnitt wird dadurch künftig wesentlich robuster, der
Zugverkehr für unsere Fahrgäste pünktlicher und zuverlässiger", hieß
es.
164 Busse und 550 Busfahrer
Während der umfassenden Sanierung sei es Ziel, "möglichst viele
Fahrgäste im ÖPNV-System zu halten", teilte die Bahn mit. Dafür
würden 164 moderne barrierefreie Busse im Ersatzverkehr eingesetzt
mit 550 Fahrern, WLAN, USB-Ladesteckdosen und automatischen
Haltestellenansagen. Hinzu kämen
100-Kilometer-pro-Stunde-Zulassungen, Dreipunktgurte,
Gepäckstauräume und Außenkennzeichnungen in der einheitlichen Farbe
"verkehrspurpur".
Auf bestimmten Langstrecken würden von Juli bis Dezember Busse mit
Toiletten eingesetzt. Für weite Strecken sind laut Bahn auch
Expressbusse mit weniger Haltestellen geplant. Die Busse sollen
teils deutlich öfter als bislang die Züge fahren, weil sie weniger
Sitzplätze haben als mehrere Bahnwaggons.
Da die rechtsrheinischen Gleise Teil von Europas meistbefahrener
Güterzugstrecke zwischen Genua und Rotterdam sind, müssen viele
Frachtzüge umgeleitet werden - teils weiträumig etwa über Trier oder
Kassel, teils gegenüber auf die linke Rheinstrecke. Das führt laut
der Bahn allerdings dazu, dass auch hier das Personenzug-Angebot
"ausgedünnt" werden muss.
Auch Sicherung von sieben Felshängen
Alleine zwischen Unkel und Wiesbaden erneuert die Bahn nach eigenen
Angaben unter anderem gut 60 Kilometer Gleise, rund 40 Kilometer
Oberleitung und etwa 116 Weichen. Hinzu komme etwa die Sanierung von
15 Brücken und Stützwänden sowie die Sicherung von sieben
Felshängen. "Für mehr Lärmschutz entstehen bis Ende 2026 insgesamt
19 Kilometer neue Schallschutzwände", hieß es weiter. Sämtliche
Stationen an der Strecke sollen modernisiert und großenteils
barriere- oder zumindest stufenfrei werden.
2027 soll es zu weiteren Belastungen für Berufspendler, Schüler und
Ausflügler kommen. "Im kommenden Jahr steht dann die Sanierung der
linken Rheinstrecke an. Dafür laufen die Vorbereitungen", kündigte
die Deutsche Bahn an.
Höchste Burgendichte der Welt
Die zwei Bahnstrecken beidseits des Flusses schlängeln sich durch
das Welterbe Oberes Mittelrheintal. Sie gelten mit der dortigen
höchsten Burgendichte der Welt und dem sagenumwobenen Loreley-Felsen
im Rheinischen Schiefergebirge als landschaftlich besonders
reizvoll. Zugleich ist der Lärm vor allem der Güterzüge in dem
schalltrichterartigen Flusstal berüchtigt. Schon viele Anwohner sind
deswegen weggezogen; auch der Tourismus klagt./jaa/DP/mis
AXC0254 2026-01-22/18:03
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Autor: - dpa-AFX
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