| Wiener Börse (Nachmittag) - ATX gibt um 0,43 Prozent nach / Geopolitische Themen trotz leichter Entspannung weiter präsent - IWF-Chefin ruft zu verstärkten globalen Wachstumsanstrengungen auf - RBI-Aktien verlieren 2,51 Prozent |
| 23.01.2026 14:51:00 |
Die Wiener Börse hat sich zum Wochenausklang schwach
entwickelt. Der ATX gab bis Freitagnachmittag um 0,43 Prozent auf
5.521 Punkte nach. Der heimische Leitindex hatte am Donnerstag
erstmals die Hürde von 5.500 Zählern übersprungen. Der ATX Prime
verlor 0,39 Prozent auf 2.741 Einheiten. Das europäische Umfeld
zeigte sich weiter uneinheitlich.
Die geopolitischen Themen Grönland und US-Zölle bleiben trotz
leichter Entspannung präsent. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos
rief IWF-Chefin Kristalina Georgiewa zu verstärkten globalen
Wachstumsanstrengungen auf. Der Internationale Währungsfonds habe
zwar seine Prognose für das globale Wirtschaftswachstum im laufenden
Jahr von 3,1 auf 3,3 Prozent hochgeschraubt. Doch wenn diese
Aufwärtskorrektur nun als "schöne Geschichte" gefeiert werde, müsse
sie antworten: "Schön, aber nicht genug." Es gelte, sich nicht in
Selbstzufriedenheit zurückzulehnen: "Das Wachstum ist nicht stark
genug", betonte sie auf dem Forum. Dies gelte auch angesichts der
zum Teil hohen Verschuldung vieler Staaten, die ihnen wie ein
Mühlstein um den Hals hänge.
Am Vormittag rückten Konjunkturdaten in den Mittelpunkt. Der von
S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex verharrte nach einer
ersten Schätzung im Jänner in der Eurozone auf 51,5 Punkten.
Volkswirte hatten im Schnitt einen Anstieg auf 51,9 Punkte erwartet.
Während sich die Stimmung in den Industriebetrieben verbesserte, hat
sie sich im Bereich Dienstleistungen überraschend eingetrübt.
In Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone,
verbesserte sich hingegen die Stimmung sowohl im
Dienstleistungssektor als auch in der Industrie. In Frankreich hat
sich wiederum die Stimmung im Bereich Dienstleistungen überraschend
und deutlich verschlechtert. Der Indikator fiel zudem unter die
Expansionsschwelle. Der Stimmungsindikator für die Industriebetriebe
konnte hingegen überraschend zulegen.
Unternehmensseitig stand zu Beginn des Wochenausklangs der
niederösterreichische Ölfeldausrüster SBO im Fokus. Die Analysten
der Berenberg Bank senkten ihre Anlageempfehlung für die SBO-Aktien
von "Buy" auf "Hold". Das Kursziel wurde vom zuständigen Experten
Richard Dawson von 35 auf 31 Euro gekürzt. Die Werte gaben am
Nachmittag um 1,39 Prozent auf 31,9 Euro nach.
Am unteren Ende des ATX-Feldes lag die heimische Raiffeisen Bank
International (RBI). Die Analysten von Barclays haben ihr Kursziel
für die RBI-Aktien von 34 auf 36 Euro angehoben. Das Anlagevotum
wurde vom zuständigen Experten Krishnendra Dubey bei "equal weight"
belassen. Die Fortschritte bei Friedensverhandlungen zum
Ukrainekrieg würden dazu beitragen, die geopolitische Unsicherheit
in der Region zu verringern und die Risikoprämien für die Region zu
senken, hieß es. Trotzdem gaben die RBI-Werte um 2,51 Prozent nach.
Der niederösterreichische Energieversorger EVN kündigte einen
neuen und günstigeren Stromtarif ab 1. April an. Dieser soll bei
durchschnittlich etwa zehn Cent netto pro Kilowattstunde liegen. Er
habe Gültigkeit für alle Bestands- und Neukunden und enthalte
zusätzlich auch einen Rabatt für den Umstieg oder Neuabschluss, hieß
es von EVN. Die Werte verloren 2,47 Prozent.
Verluste gab es auch bei den Aktien von Do&Co (minus 1,94
Prozent) und Vienna Insurance Group (VIG) mit einem Minus von 2,29
Prozent. Kapsch TrafficCom gaben um 2,32 Prozent nach.
Zulegen konnten hingegen die Werte von FACC (plus 1,59 Prozent),
OMV (plus 1,59 Prozent), Zumtobel (plus 1,57 Prozent) und RHI
Magnesita (plus 1,55 Prozent).
rst/mik
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Autor: - APA/rst/mik
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