| ROUNDUP 3: 'Monstersturm' zieht auf - Millionen in den USA gewarnt |
| 23.01.2026 22:22:00 |
(Aktualisierung: Weißes Haus, Heimatschutzministerium)
WASHINGTON/NEW YORK (dpa-AFX) - Millionen US-Amerikaner könnten am
Wochenende von einem der schwersten Winterstürme der USA in den
vergangenen Jahren heimgesucht werden. Die US-Hauptstadt Washington
und zahlreiche Bundesstaaten riefen vorsorglich den Notstand aus.
Die Maßnahme gelte ganz oder teilweise für New York, Texas, Georgia,
South Carolina, North Carolina, Virginia, Maryland, Louisiana,
Arkansas, Tennessee, Alabama, Mississippi und Missouri, wie die
Gouverneure der jeweiligen Bundesstaaten mitteilten.
"Das ist eine gefährliche Kombination aus viel Schnee und extrem
niedrigen Temperaturen", sagte New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul.
Mit der Ausrufung des Notstands können die US-Bundesstaaten - falls
notwendig - deutlich schneller Hilfsgelder und Personal
mobilisieren.
Begleitet von heftigen Schneefällen und eisigen Winden werde sich
der herannahende Sturm über eine Entfernung von rund 3.000
Kilometern von New Mexico im Südwesten aus über das Wochenende bis
nach Maine im Nordosten ausbreiten, warnte der Wetterdienst. Medien
sprachen von einem "Monstersturm".
Sender ABC News: Mehr als 1.600 Flüge gestrichen
Fluggesellschaften hätten vorsorglich bereits Verbindungen abgesagt,
hieß es in Medienberichten. Airlines wie United und
Delta boten ihren Passagieren an, ihre Reise
umzubuchen oder zu einem anderen Zeitpunkt anzutreten. Der TV-Sender
ABC News berichtete, mehr als 1.600 Flüge innerhalb der USA, in die
USA oder aus den USA, die für Samstag geplant waren, seien
gestrichen worden. Die Flughäfen im texanischen Dallas seien
besonders betroffen.
Auch die Lufthansa hat für Samstag zahlreiche Flüge
von und nach Nordamerika gestrichen. Am Sonntag sind nach Angaben
einer Sprecherin noch Verbindungen nach Washington, New York,
Boston, Philadelphia und Charlotte betroffen. An zahlreichen
weiteren Flughäfen im Westen, Süden und Norden des Kontinents sei am
Sonntag nur noch mit vereinzelten Verspätungen zu rechnen. Die
betroffenen Fluggäste würden über die Ausfälle und alternative
Reisemöglichkeiten informiert.
Stromausfälle und Taschenlampen
Befürchtet wird auch, dass es zu massiven Stromausfällen in
US-Städten und Regionen kommt, etwa durch umknickende Bäume oder
weil die oberirdischen Leitungen durch das Gewicht von Blitzeis
brechen könnten.
Für rund 160 Millionen Einwohner gelten Wetterwarnungen oder
besondere Hinweise. Die Behörden riefen die Menschen auf, ihre
Wohnungen möglichst nicht zu verlassen und das Auto stehenzulassen.
New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul warnte, die erwartete Kälte
könne "absolut tödlich" sein. In Teilen von Minnesota und North
Dakota könnten die Temperaturen laut Wetterdienst auf minus 45 Grad
Celsius (minus 50 Grad Fahrenheit) fallen.
In der US-Hauptstadt Washington im Osten der USA wurde die
Nationalgarde um Geländefahrzeuge angefragt, um die Einsatzkräfte zu
unterstützen. Es wird mit Einschränkungen im Nahverkehr gerechnet.
Der Betreiber der U-Bahn in der Hauptstadt schließt nicht aus, dass
es durch das Eis zu Schienenbrüchen kommen könnte.
Die Stadt rief auf, dass man Taschenlampen bereitlegen sollte, für
den Fall, dass es zu Stromausfällen komme. Auf einer Pressekonferenz
von öffentlichen Vertretern wurde auch empfohlen, Handys aufzuladen.
Bewohner der Stadt müssen zudem ihre Autos - falls diese dort
geparkt sind - von bestimmten Notstraßen wegfahren. Das gilt von
Samstagmittag bis Dienstag.
Trump setzt Spitze zu Klimawandel ab
US-Präsident Donald Trump nutzte unterdessen die Wettervorhersage
für eine erneute Spitze gegen Klimaexperten. "Könnten die
Umweltaktivisten bitte erklären - WAS IST EIGENTLICH AUS DER
GLOBALEN ERWÄRMUNG GEWORDEN???", schrieb der Republikaner auf der
Plattform Truth Social. Klimawandel bedeutet allerdings keineswegs,
dass es keine Kälteeinbrüche oder Winterstürme mehr gibt, sondern,
dass die Temperaturen im langfristigen Mittel zunehmen. Im Zuge des
Klimawandels steigt Experten zufolge zudem die Häufigkeit und
Intensität von Extremwetterereignissen. Dazu zählen auch Stürme und
heftiger Niederschlag.
Trump zweifelt immer wieder die Existenz des Klimawandels an. Der
Republikaner sprach vor Monaten etwa von dem "größten Betrug". Auch
in seiner zweiten Amtszeit bleibt er damit bei seiner Meinung, die
sämtlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen entgegensteht.
Das Weiße Haus teilte Journalisten unterdessen mit, dass die gesamte
Regierung die Wettervorhersagen genau beobachte, um reagieren zu
können. Zuvor hatte bereits das Heimatschutzministerium mitgeteilt,
dass die Bundesbehörde für Katastrophenschutz mit den Bundesstaaten
zusammenarbeite. Verteilzentren der Behörde im Süden und Osten des
Landes seien mit mehr als sieben Millionen Mahlzeiten, mehr als zwei
Millionen Litern Wasser und Hunderttausenden Decken und Hunderten
Generatoren ausgestattet./rin/DP/he
ISIN DE0008232125
AXC0269 2026-01-23/22:22
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Autor: - dpa-AFX
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