| ROUNDUP: Notrufsystem eCall startet mit moderner Mobilfunktechnik |
| 24.01.2026 12:05:00 |
Das automatische Notrufsystem eCall für
Kraftfahrzeuge wird auf moderne Mobilfunktechnik umgestellt. Die
deutschen Mobilfunknetzbetreiber, Vodafone , Deutsche
Telekom und O2 Telefónica haben das neue Notrufsystem
"Next Generation Emergency Call" (NG eCall) in ihren Netzen
gestartet.
Die neue Variante des Notrufsystems setzt nicht mehr auf die rund 40
Jahre alte Mobilfunktechnik 2G (GSM) auf, sondern verwendet die
aktuellen Standards 4G (LTE) und perspektivisch auch die fünfte
Mobilfunkgeneration 5G.
Das eCall-System ist ein europaweites, automatisches Notrufsystem in
Kraftfahrzeugen, dessen Hauptziel es ist, die Zeit zwischen einem
Unfall und dem Eintreffen der Rettungskräfte drastisch zu verkürzen.
Seit dem 31. März 2018 ist es in der EU für alle neu zugelassenen
Fahrzeugmodellreihen Pflicht.
Automatischer Notruf bei Unfall
Wenn die Sensoren im Auto einen schweren Aufprall registrieren -
wenn etwa die Airbags oder Gurtstraffer auslösen - aktiviert sich
das eCall-System selbstständig. Bei Parkremplern passiert dagegen
nichts. Der Notruf funktioniert auch dann, wenn der Fahrer
bewusstlos ist.
Er kann auch manuell über einen SOS-Knopf in der Dachkonsole
ausgelöst werden, wenn etwa eine Person im Fahrzeug einen
Herzinfarkt erleidet oder die Insassen Zeuge eines schweren Unfalls
werden.
Das alte System war äußerst begrenzt und konnte nur ein winziges
Datenpaket von 140 Byte senden. NG eCall hebt diese Beschränkung
auf. Künftig können umfangreichere Unfall-Daten übertragen werden,
also nicht nur Standort und Uhrzeit, sondern wesentlich
detailliertere Informationen, zum Beispiel welche Sensoren genau
ausgelöst haben oder wie hoch die Aufprallgeschwindigkeit war.
Beim Unfall zählt jede Sekunde
NG eCall bietet auch einen schnelleren Verbindungsaufbau: Während es
im 2G-Netz oft mehrere Sekunden dauert, bis es klingelt, steht die
Verbindung über 4G/5G fast augenblicklich.
Die EU-Kommission schätzt, dass Rettungskräfte durch eCall nur halb
so lang zum Unfallort brauchen, als wenn sie auf herkömmliche Weise
alarmiert werden. Wenn erst einmal die meisten Autos damit
ausgestattet sind, erwartet die EU jährlich rund 2.500 weniger
Verkehrstote.
"Sicherheitsgewinn für Verbraucher"
Die Einführung des neuen Fahrzeugnotrufs sei ein Sicherheitsgewinn
für Verbraucher, die hierzulande auf den Straßen unterwegs sind,
sagte Mallik Rao, Technik- und Geschäftskundenvorstand von o2
Telefónica. Marc Hölzer, Bereichsleiter Netz-Entwicklung bei
Vodafone betonte: "Rettungskräfte erhalten künftig schneller als
bisher einen umfassenden Überblick über das Unfallgeschehen und
können Rettungsmaßnahmen noch zielgerichteter einleiten." "Im
Notfall sind die Mobilfunknetze für ihre Kundinnen und Kunden da",
sagte Alexander Jenbar, Technikchef der Telekom Deutschland.
Der vierte deutsche Mobilfunk Netzbetreiber, 1&1 ,
wird das neue Notrufsystem noch nicht anbieten, da er bislang mit
keinem Automobilhersteller einen Vertrag für Flotten-SIM-Karten hat.
"Sobald sich entsprechende Partnerschaften ergeben, wird 1&1
ebenfalls NG eCall implementieren."
Das bestehende eCall-System wird weiterhin in Betrieb bleiben, um
Fahrzeuge zu unterstützen, die noch mit alter Mobilfunktechnik
ausgestattet sind./chd/DP/zb
ISIN DE0005545503 DE0005557508 GB00BH4HKS39 DE0005089031
AXC0029 2026-01-24/12:05
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Autor: - dpa-AFX
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