| ROUNDUP: Deutsche Bank setzt auf KI und dünnt Filialnetz weiter aus |
| 25.01.2026 11:05:00 |
Mehr Digitalisierung, weniger Filialen: Die
Deutsche Bank baut ihr Privatkundengeschäft weiter
um. "Bis Ende 2026 sollen im Rahmen der bestehenden Programme noch
rund 100 Standorte wegfallen, nachdem es schon in den vergangenen
Jahren Kürzungen gab", sagte Privatkundenvorstand Claudio de Sanctis
den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX in Frankfurt. "Damit sehen
wir uns auf dem Weg zu einer für uns angemessenen Zahl von
Filialen." Ende vergangenen Jahres hatten Deutsche Bank und Postbank
nach Konzernangaben in Deutschland zusammen gut 750 Zweigstellen.
"Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nach wie vor Filialen
brauchen", betonte de Sanctis. Gleichzeitig müsse das Arbeiten in
den Zweigstellen weiterentwickelt werden. "Derzeit verbringen unsere
Mitarbeiter in den Filialen zu viel ihrer Arbeitszeit mit
Verwaltungsaufgaben. Sie sollen aber mehr Zeit für die Beratung
haben." Die Herausforderung sei, Verwaltungsaufgaben auf den
digitalen Kanal zu verlagern und mehr Zeit für die Kundschaft
freizuschaufeln.
KI im Kundenservice
Um mehr Kundinnen und Kunden für digitale Angebote wie die neue App
des Instituts zu begeistern, entwickelt die Deutsche Bank derzeit
einen digitalen Agenten, eine KI-gestützte Assistenz, für den
Kundenservice. "Wir bieten den Kunden in der zweiten Jahreshälfte
einen digitalen Assistenten, eine Art Butler, der ihnen zunächst
erklärt, wie sie die App benutzen. Ihm können sie alle Fragen
stellen, und er zeigt ihnen Schritt für Schritt, wie es geht."
Die Nutzungszahlen ihrer App habe die Bank in den vergangenen 18
Monaten um knapp 20 Prozent gesteigert. "Wir wollen die Zahl der
aktiven Nutzer der App jedoch weiter drastisch erhöhen, denn
Deutsche Bank und Postbank haben zusammen 19 Millionen Privatkunden
in Deutschland. So viele Kunden wie möglich für die App gewinnen -
das ist eines der Hauptziele für unsere Aktivitäten in diesem Jahr",
sagte der Privatkundenchef.
Persönliche Beratung für komplexe Fragen
Wozu braucht es dann noch Filialen? "Der digitale Assistent soll
perspektivisch da sein für alle Fragen von Zahlungsverkehr bis
Kreditkarten - die Dinge des täglichen Lebens. Aber wenn Sie ein
Haus kaufen oder Geld investieren wollen, dann möchten Sie mit einem
Menschen in einem physischen Raum oder per Videoberatung sprechen",
sagte de Sanctis. "Sie möchten wissen, dass ein so wichtiger Teil
Ihres Lebens nicht in einer Cloud stattfindet, die Sie nicht greifen
können. Für mich ist die Filiale ein Ort, an dem Kunden die
wichtigsten und komplexesten Anliegen mit ihrer Bank besprechen
können."
Digitalisierung kostet Stellen
Dennoch werde der Trend zur Digitalisierung auch Stellen kosten.
"Natürlich werden wir im Privatkundengeschäft weniger Mitarbeiter
benötigen, sobald wir den digitalen Ansatz vollständig umgesetzt
haben", sagte de Sanctis. "Dabei setzen wir primär auf natürliche
Fluktuation. Mitarbeiter, die in den Ruhestand gehen oder die Bank
aus anderen Gründen verlassen, werden nicht ersetzt."/ben/stw/DP/zb
ISIN DE0005140008
AXC0028 2026-01-25/11:05
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Autor: - dpa-AFX
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