| Wadephul: Schärfer gegen russische Schattenflotte vorgehen |
| 26.01.2026 13:41:00 |
Außenminister Johann Wadephul fordert ein
schärferes Vorgehen gegen die sogenannte russische Schattenflotte,
mit der Moskau versucht, Sanktionen gegen seine Ölverkäufe zu
umgehen. Das internationale Seerecht müsse dringend novelliert
werden, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner
lettischen Kollegin Baiba Braze in der Hauptstadt Riga. Das aktuelle
Recht verhindere, gegen Schiffe und die Hintermänner vorzugehen. "Es
kann nicht sein, dass uns hier einseitig dauerhaft die Hände
gebunden sind."
Es sei "sehr viel mehr Effektivität in der Bekämpfung dieser
Schattenflotte" nötig, verlangte Wadephul. Zwar werde gegen die
Schiffe und deren Hintermänner schon in den Sanktionspaketen auf
EU-Ebene vorgegangen. Es müsse aber einen vertieften Austausch unter
den Ostseepartnern geben. Zudem müsse man auch gegen Schiffe
vorgehen können, deren Flaggenstatus unklar sei - wo also unklar
ist, in welchem Land die Tanker gemeldet sind. "Wir müssen jetzt
alle Möglichkeiten des Seerechtes nutzen, derartige Schiffe zu
stoppen", sagte der Bundesaußenminister.
Wadephul: Schattenflotte bedroht Ökologie an Ostseeküsten
Die Schiffe der Schattenflotte seien für alle Ostseeanrainer eine
Bedrohung, weil sie oft in einem katastrophalen technischen Zustand
seien und eine schlecht ausgebildete Mannschaft hätten, sagte
Wadephul. Falls einer dieser großen Öltanker an den Ostseeküsten
havariere, wären möglicherweise die lettische und auch die deutsche
Ostseeküste sofort sehr stark verschmutzt. "Es droht eine
ökologische Katastrophe, übrigens auch mit starken ökonomischen
Auswirkungen für den ganzen Tourismusbereich", warnte Wadephul.
Braze sprach sich zudem dafür aus, gegen Finanzdienstleister und
Häfen von Drittländern vorzugehen, die die Fracht der Schattenflotte
umschlagen. "Alle Lücken, die von Russland aus genutzt werden, um
diese Abläufe durchzuführen, müssen geschlossen werden", forderte
sie. Nötig sei eine stärkere internationale Abstimmung und ein
verbesserter Informationsaustausch.
Am Nachmittag will sich Wadephul in Stockholm mit seiner
schwedischen Kollegin Maria Stenergard treffen. Lettland und
Schweden sind Nato- und EU-Partner./bk/DP/jha
AXC0165 2026-01-26/13:41
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Autor: - dpa-AFX
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