| Wiener Börse (Nachmittag) - Leitindex ATX dreht ins Plus / Wienerberger gewinnt trotz einer zurückhaltenden Analyse - DB sieht bei RBI höhere Risikokosten für das vierte Quartal |
| 26.01.2026 14:43:00 |
Die Wiener Börse hat am Montag im Verlauf wieder
Boden gut gemacht. Der heimische Leitindex ATX baute 0,5 Prozent auf
5.547 Punkte auf. Der ATX Prime gewann ebenso 0,5 Prozent auf 2.752
Einheiten. Das europäische Umfeld zeigte sich am Nachmittag
uneinheitlich.
An den internationalen Märkten hat der deutsche
Ifo-Geschäftsklimaindex für Jänner die Laune getrübt. Der Index lag
bei 87,6 Punkten, von Reuters befragte Ökonomen hatten nach zwei
Rückgängen in Folge mit einem Anstieg auf 88,2 Zähler gerechnet.
"Allerdings sehen die Details besser aus, als es der reine Index
suggeriert", sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. So
schätzten die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe ihre Situation
besser ein als im Vormonat. Seitens der EZB sieht laut den Experten
der Helaba OeNB-Generalgouverneur Martin Kocher, der am Nachmittag
eine Rede in Frankfurt halten wird, weiter wirtschaftliche Risiken
durch einen möglichen Zollkrieg mit den USA steigen.
Unternehmensseitig sind der heimische Ziegelkonzern Wienerberger
und die Raiffeisen Bank International (RBI) in den Fokus gerückt.
Analysten der UBS haben ihr Kaufvotum "Sell" und das Kursziel von
25,00 Euro bestätigt. Nach Einschätzung der Analysten bleibt die
kurzfristige Entwicklung insbesondere in Nordamerika herausfordernd,
belastet durch den Rückgang im Wohnneubau und möglicherweise durch
den Regierungsstillstand. Wienerberger legten im Tagesverlauf
trotzdem 0,8 Prozent auf 28,32 Euro zu.
Die weiteren Bauwerte sackten etwas ab. Strabag verloren 1,5
Prozent. Porr verbuchten Abgänge von satten 5,1 Prozent und waren
damit weiter Schlusslicht im ATX Prime-Segment. Dahinter lagen
Palfinger mit minus 3,7 Prozent Bajay Mobility (vormals Pierer
Mobility) mit Minus 3,0 Prozent.
Die Deutsche Bank Research (DB) ließ in einer Analyse von
Raiffeisen Bank International (RBI) ihre Kaufempfehlung "Hold"
aufrecht. Höhere Risikokosten könnten zu einem Rückgang des Gewinns
um 40 Prozent im 4. Quartal 2025 im Vergleich mit dem Vorquartal
führen, heißt es in einer Erklärung. "Mit Blick auf die Zukunft
bleiben wir weiterhin zurückhaltend und bekräftigen unsere
Hold-Empfehlung für RBI, da unserer Ansicht nach vorerst weiterhin
erhöhte Unsicherheiten für die Aktie bestehen", erläutert
DB-Analystin Marlene Eibensteiner in der Analyse. Trotzdem wurde das
Kursziel von 27 auf 32 Euro pro Aktie erhöht. RBI notierten zuletzt
mit plus 0,87 Prozent bei 39,26 Punkten.
Topperformer war die Austria Card Holding mit plus 3,6 Prozent
vor der EVN mit 2,5 Prozent. Dahinter folgte Lenzing (+ 2,3
Prozent). Die Versicherer von der UNIQA fanden sich dagegen mit 0,1
Prozent im Minus. Im Plus notierten auch die weiteren schwer
gewichteten Geldhäuser: Erste Group lagen bei plus 1,4 Prozent,
BAWAG bei plus 1,3 Prozent und trugen damit zur Stabilisierung des
ATX bei, obwohl die OMV - ein weiteres Schwergewicht - Abschläge von
0,8 Prozent verbuchte.
moe/spa
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Autor: - APA/moe/spa
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