| Söder: Mehr arbeiten - aber Teilzeit-Verbot ist falsch |
| 26.01.2026 14:50:00 |
CSU-Chef Markus Söder plädiert für eine Erhöhung
der Wochenarbeitszeit - lehnt den Vorstoß des Wirtschaftsflügels der
Union aber klar ab, den Rechtsanspruch auf Teilzeit einzuschränken.
"Wir sind der Meinung, dass länger arbeiten sinnvoll ist", sagte der
bayerische Ministerpräsident nach einer CSU-Vorstandssitzung in
München.
"Generell ist der Grundsatz richtig, länger zu arbeiten. Das ist
generell richtig, um die Produktivität des Landes zu erhöhen." Eine
Stunde mehr pro Woche könne erfolgversprechend sein - aber dies
wolle man etwa über steuerliche Anreize erreichen. "Wir wollen da
eher Anreize setzen. Deswegen glauben wir, dass ein generelles
Reduzieren oder Verbot von Teilzeit der falsche Weg ist."
"Die anderen laufen mehr, die anderen arbeiten länger",
argumentierte Söder mit Blick auf andere Länder. "Insofern kann es
wohl nicht falsch sein, wenn wir einfach mehr Einsatz bringen." Die
Herausforderungen seien auch größer denn je. "Die Welt arbeitet
mehr, also müssen wir auch mehr tun. Ganz einfach."
Eine Stunde mehr pro Woche
Eine Stunde mehr pro Woche würde schon "enorm viel helfen. Das wären
auf fünf Tage umgerechnet zwölf Minuten", rechnete Söder vor. Das
tue keinem weh, aber die CSU wolle dies eben lieber über finanzielle
Anreize erreichen. Anders als der Wirtschaftsflügel der Union - der
will den Rechtsanspruch auf Teilzeit einschränken, wie aus einem
Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) an den
CDU-Bundesparteitag im Februar hervorgeht.
Nein zu Digitalsteuer
Klar nein sagte Söder auch zu Ideen, etwa von Grünen und Linken, für
eine effektivere Besteuerung großer Digitalkonzerne wie Amazon
und Google . "Das klingt auf den ersten
Blick gut, heißt aber nichts anders, dass wir eine neue
Zollentwicklung mit den Amerikanern haben", warnte Söder. Auch ein
Social-Media-Verbot für Kinder bis 16 Jahre lehnte der
CSU-Vorsitzende ab.
Nein zu höherer Erbschaftsteuer
Mit Blick auf eine Sitzung des Koalitionsausschusses in Berlin in
dieser Woche sagte Söder, die CSU werde unter keinen Umständen eine
Erhöhung der Erbschaftsteuer mitmachen. "Das ist völlig
ausgeschlossen", betonte er.
Söder fordert Entscheidung zu neuem Kampfflugzeug
Er forderte aber rasche Entscheidungen etwa in der
Verteidigungspolitik - unter anderem zur Realisierung eines neuen
Kampfflugzeug-Systems. "Wir brauchen eine schnellere Erhöhung der
Verteidigungsfähigkeit und bald eine endgültige Entscheidung - neben
vielen Dingen wie Drohnen - auch für ein Kampfflugzeug", sagte
Söder. Der Hintergrund: Zuletzt hatten Deutschland und Frankreich
eine Entscheidung über das zusammen mit Spanien geplante
Luftkampfsystem FCAS erneut vertagt, diesmal auf einen unbestimmten
Zeitpunkt. Söder sagte dazu, sollte es mit dem FCAS nichts werden,
brauche es ein anderes Angebot. Man könne nicht "nur amerikanische
Flugzeuge kaufen"./ctt/had/DP/jha
ISIN US0231351067 US02079K1079
AXC0180 2026-01-26/14:50
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Autor: - dpa-AFX
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