| Meta-Tochter: WhatsApp muss sich an strengere EU-Digitalregeln halten |
| 26.01.2026 15:43:00 |
Der Messenger-Dienst WhatsApp vom
Facebook-Konzern Meta muss künftig strengere
EU-Digitalregeln beachten. Die Nutzerzahlen hätten eine
entscheidende Schwelle erreicht, weshalb die offenen Kanäle nun
europäischen Digitalgesetzen entsprechen müssen, wie die
EU-Kommission mitteilte. Der US-Konzern hat vier Monate Zeit, sich
auf die Regeln einzustellen.
Die Brüsseler Behörde betonte, dass private Nachrichtenkanäle und
Direktnachrichten davon nicht betroffen seien. Stattdessen geht es
demnach um offene Kanäle in der App. Konkret fallen diese Teile von
WhatsApp nun unter das Gesetz über digitale Dienste (Digital
Services Act, kurz DSA) - sie werden laut Kommission also ähnlich
wie eine Social-Media-Plattform angesehen.
Neben dem Schreiben und Empfangen von Nachrichten können Nutzerinnen
und Nutzer von WhatsApp auch Kanälen folgen. Die Bundesregierung,
aber auch Fußballvereine, Nachrichtenportale oder Verkehrsbetriebe
nutzen solche Kanäle, um eine große Anzahl von Interessierten zu
erreichen.
Gegen Facebook-Konzern laufen bereits EU-Verfahren
Das Gesetz über digitale Dienste soll unter anderem sicherstellen,
dass Plattformen illegale Inhalte von Dritten auf ihren Seiten oder
- im Fall von WhatsApp - Kanälen schnell entfernen. Es soll auch vor
Wahlmanipulation schützen und legt Transparenzstandards zum Umgang
mit Werbung auf Online-Plattformen fest.
Gegen den Facebook- und Instagram-Konzern Meta, zu dem auch WhatsApp
gehört, laufen bereits Verfahren der EU wegen Verstößen gegen
europäische Digitalgesetze. Ihm drohten etwa wegen mangelnder
Datentransparenz und des Umgangs mit illegalen Inhalten auf seinen
Plattformen hohe Geldstrafen, hatte die Kommission Ende Oktober
mitgeteilt.
Meta-Chef Mark Zuckerberg hatte in Bezug auf die Digitalgesetze von
"institutionalisierter Zensur" gesprochen. US-Präsident Donald
Trump, dessen politischem Lager Zuckerberg nähergerückt war, hatte
die EU-Regeln als wettbewerbsfeindlich bezeichnet. Immer wieder
kommt aus Washington zudem der Vorwurf, die Brüssel betreibe
Zensur./tre/DP/men
ISIN US30303M1027
AXC0194 2026-01-26/15:43
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Autor: - dpa-AFX
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