| ROUNDUP: OHB und Rheinmetall loten Kooperation aus |
| 26.01.2026 20:34:00 |
Der Bremer Satellitenhersteller OHB
spricht mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall über eine
mögliche Kooperation. Ziel sei eine Beteiligung an möglichen
Vergabeverfahren der öffentlichen Hand, teilte das Unternehmen in
Bremen mit. Weitere Details nannte OHB nicht.
Das "Handelsblatt" und die "Financial Times" hatten zuvor unter
Berufung auf mit dem Vorgang betraute Personen geschrieben, dass OHB
sich zusammen mit Rheinmetall um das bislang größte
Satellitenprojekt der Bundeswehr bewerben wolle. Der Auftragswert
soll sich demzufolge auf bis zu zehn Milliarden Euro belaufen. Auch
Airbus hat laut "Handelsblatt" sein Interesse
bekundet.
Das Projekt soll bis 2029 mit bis zu 200 Satelliten Panzer, Schiffe
oder Soldaten vernetzen. Es ähnelt dabei in technischen Details dem
Satellitennetzwerk Starlink, das von SpaceX betrieben wird, der
Weltraumfirma von Elon Musk. Schon im Februar könnte die
Ausschreibung erfolgen, wie ein Insider dem Blatt sagte.
Der Aktienkurs von OHB war daraufhin zwischenzeitlich um rund 40
Prozent nach oben geschossen. Allerdings befinden sich nur sehr
wenige der Papiere im Streubesitz. Dies kann leicht zu starken
Kursausschlägen führen. Das Papier von Rheinmetall notierte am
frühen Nachmittag hingegen gut ein Prozent tiefer.
Rheinmetall kooperiert bereits mit Iceye
Rheinmetall will künftig verstärkt im Geschäft mit Aufnahmen von
Weltraum-Satelliten mitmischen. Eine Zusammenarbeit mit OHB wäre
hier bereits die zweite Kooperation des Rüstungskonzerns mit einem
Satellitenhersteller: Im Dezember hatte sich Rheinmetall bereits mit
Iceye aus Finnland zusammengetan, um einen 1,7 Milliarden Euro
schweren Großauftrag der Bundeswehr an Land zu ziehen - mit Erfolg.
Damals ging es um Zugang zu weltraumgestützten Aufklärungsdaten. Die
Rüstungsfirma hat dafür ein Gemeinschaftsunternehmen mit Iceye
gegründet, um im zweiten oder dritten Quartal 2026 mit der
Produktion von Satelliten in Neuss zu beginnen. In dem dortigen
Rheinmetall-Werk wurden bislang Autoteile gebaut, dieser
Geschäftsbereich wird aber abgegeben und die Produktion auf
Militärgüter und Satelliten umgestellt.
Rheinmetall stellt bisher vor allem Panzer, Munition und Artillerie
her. Der Ukraine-Krieg hat den Bedarf an solchen Militärgütern
deutlich steigen lassen, die Auftragsbücher der Rüstungsfirma mit
ihrer Zentrale in Düsseldorf und ihrem größten Werk im
niedersächsischen Unterlüß sind so voll wie noch nie.
Inzwischen arbeitet Rheinmetall daran, sein Portfolio zu erweitern.
Deutschlands größter Rüstungskonzern hatte sich mit der Bremer
Werftengruppe Lürssen bereits auf einen Kauf ihrer Militärsparte NVL
geeinigt. Zu NVL zählen noch weitere Werft-Standorte in Hamburg und
Wilhelmshaven.
Bund investiert 35 Milliarden Euro in Weltraumsicherheit
Im November hatte die Bundesregierung ihre erste
Weltraumsicherheitsstrategie vorgestellt - mit dem Ziel, Deutschland
"glaubwürdig abschreckungs- und verteidigungsfähig aufzustellen". Im
Zentrum steht dabei der Schutz von Satelliten und
Kommunikationstechnik. Bis 2030 will allein das Bundesministerium
der Verteidigung 35 Milliarden Euro für Raumfahrt und
Weltraumsicherheit aus seinem Etat zur Verfügung stellen./nas/DP/stk
ISIN DE0007030009 NL0000235190 DE0005936124
AXC0267 2026-01-26/20:34
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Autor: - dpa-AFX
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