| Plastik-Recyclingquote steigt auf 71 Prozent |
| 27.01.2026 11:07:00 |
Deutschlands Plastikmüll wird besser
recycelt als früher. Die zuständige Überwachungsbehörde - die
Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) - und das Umweltbundesamt
teilten in Osnabrück und Dessau mit, dass die Recyclingquote bei
Kunststoffen im Jahr 2024 bei rund 71 Prozent gelegen hat und damit
rund zwei Prozentpunkte höher als 2023. Die EU-Mindestvorgabe von 63
Prozent wurde damit deutlich übertroffen. Im Vergleich zu 2018 war
es sogar ein Plus von 29 Prozentpunkten, damals hatte die
Recyclingquote nur 42 Prozent betragen.
Ein Grund für die steigende Quote ist bessere Technik. In den
Sortier- und Verwertungsanlagen kann der Müll besser getrennt und
aufbereitet werden als früher. Außerdem sind einige Verpackungen
inzwischen so produziert, dass sie leichter wiederverwertbar sind.
Mit der Recyclingquote gemeint ist das Verhältnis zwischen der Menge
an Plastik, für das Hersteller im Rahmen des dualen Systems eine Art
Müllgebühr bezahlen, und der Menge, die mechanisch verwertet wird;
dies wird auch werkstoffliches Recycling genannt. Der größte Teil
des Rests an Plastikmüll wird in Kraftwerken verbrannt, um Wärme zu
erzeugen.
Bundesamt sieht positive Entwicklung
Mit Blick auf die Kunststoff-Recyclingquote von rund 71 Prozent
sagte ZSVR-Gunda Rachut: "Das ist eine unglaublich positive Zahl."
Auch Bettina Rechenberg vom Umweltbundesamt war erfreut. "Erstmals
wurden mehr als 70 Prozent der Kunststoffverpackungen dem
werkstofflichen Recycling zugeführt." Es sei ein Irrglauben, dass
fast alles, was im Gelben Sack oder in der Gelben Tonne landet,
verbrannt werde. Das Umweltbundesamt hat die Fachaufsicht über die
Überwachungsbehörde ZSVR.
Umweltschützer sehen die Entwicklung kritischer. Viola Wohlgemuth
von der Deutschen Umwelthilfe weist darauf hin, dass Deutschland zu
den Negativ-Spitzenreitern beim Müllaufkommen in Europa zähle.
"Recycling ist gut, aber Abfallvermeidung und Mehrweg sind besser",
sagte die Expertin für Kreislaufwirtschaft. Das
Abfallvermeidungsziel der EU werde weiterhin deutlich gerissen.
Außerdem sei es bedenklich, dass die Recyclingquoten für
Getränkekartons und Glas deutlich verfehlt worden seien. Hier müsse
dringend nachgebessert werden.
Nach Angaben der Überwachungsbehörde ZSVR lag die Recyclingquote bei
Glas im Jahr 2024 bei 82,9 Prozent. Die EU-Vorgabe von 90 Prozent
wurde damit nicht erreicht. Bei Getränkekartons wurden nur 69,5
Prozent erreicht, auch hier hätten es mindestens 90 Prozent sein
müssen./wdw/DP/jha
AXC0133 2026-01-27/11:07
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Autor: - dpa-AFX
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