| ROUNDUP 2: Deutsche Bank überrascht mit Rekordzahlen - Aktie unter Druck |
| 29.01.2026 11:24:00 |
(neu: Aussagen aus Pressekonferenz zu Ermittlungen der
Staatsanwaltschaft, Kostenentwicklung und Ziel, Kurs und Analysten)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank hat 2025
einen Gewinnsprung auf Rekordniveau gemacht. Mit gut 9,7 Milliarden
Euro erzielte der Frankfurter Dax-Konzern das höchste
Vorsteuerergebnis seiner Geschichte. Konzernchef Christian Sewing
sieht das Institut "auf dem Weg zu unserem langfristigen Ziel, der
europäische Champion zu werden". Den Anteilseignern winken eine
höhere Dividende und weitere Aktienrückkäufe. Für die Aktie ging es
dennoch abwärts.
In der ersten Handelsstunde verlor das Papier rund 2,7 Prozent und
gehörte zu den Schlusslichtern im Dax, bevor es das Minus etwas
eingrenzen konnte. Allerdings hat die Aktie in den vergangenen zwölf
Monaten um fast zwei Drittel zugelegt. Analysten zeigten sich von
den Jahreszahlen positiv überrascht. Branchenexperte Kian
Abouhossein von der US-Bank JPMorgan hob die Aktienrückkäufe positiv
hervor.
Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre des Konzerns 2025 ein
Überschuss von 6,1 Milliarden Euro, wie Deutschlands größtes
Geldhaus am Donnerstag mitteilte. Höher war der auf die
Anteilseigner entfallende Überschuss nur im Rekordjahr 2007. Die
Anteilseigner können sich nun auf ein Euro Dividende je Aktie
freuen, rund anderthalbmal so viel wie im Vorjahr.
Razzia und Ermittlungen
Getrübt wird der Geschäftserfolg durch die erneuten Ermittlungen
gegen Verantwortliche und Mitarbeiter wegen des Verdachts der
Geldwäsche, die am Vortag bekannt wurden: Ermittler durchsuchten die
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurter sowie Geschäftsräume in
Berlin.
"Nach den Informationen, die uns vorliegen, geht es um Transaktionen
aus den Jahren 2013 bis 2018. Ausgangspunkt ist eine vorgeblich zu
spät abgegebene Geldwäscheverdachtsanzeige", sagte Sewing. Auf
dieser Basis prüfe die Frankfurter Staatsanwaltschaft, ob es
Anhaltspunkte für mögliche Geldwäsche gebe. Nach Angaben der
Staatsanwaltschaft geht es um frühere Geschäftsbeziehungen zu
ausländischen Gesellschaften, die ihrerseits im Verdacht stehen,
Geldwäsche betrieben zu haben.
Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, geht es um Geschäfte im
verschachtelten Firmenkonglomerat des russischen Oligarchen Roman
Abramowitsch. Dieser steht seit 2022 auf der Sanktionsliste der EU
und ließ über einen Anwalt mitteilen, ihm seien keine Ermittlungen
deutscher Behörden in dieser Angelegenheit bekannt.
Vorwürfe, beim Thema Geldwäsche nicht genau genug hinzuschauen und
Verdachtsanzeigen zu spät abgegeben zu haben, haben der Deutschen
Bank schon mehrfach Ärger mit Justiz und Aufsicht eingebrockt. Das
Institut bekam Bußgelder aufgebrummt, die Finanzaufsicht Bafin ließ
über Jahre bis Ende 2024 einen Sonderaufpasser überwachen, welche
Fortschritte die Bank bei Maßnahmen gegen Geldwäsche und
Terrorismusfinanzierung macht.
Alle Sparten liefern - eine besonders
Den Löwenanteil seines Gewinns verdankte das Geldhaus auch 2025
seiner Investmentbank: Diese steigerte ihr Vorsteuerergebnis um ein
Fünftel auf gut vier Milliarden Euro. Aber auch die Unternehmensbank
und die Privatkundenbank samt Postbank und Norisbank konnten ihre
Ergebnisse kräftig steigern. Ein Rekordergebnis lieferte die
Fondstochter DWS ab.
Vorstand schraubt Geschäftsziele nach oben
Für die kommenden Jahre hat sich die Deutsche-Bank-Spitze bereits
ehrgeizigere Ziele gesetzt: Deutlich höhere Erträge und weitere
Einsparungen sollen die Rendite auf das materielle Eigenkapital bis
2028 auf mehr als 13 Prozent hieven. Den für 2025 angepeilten Wert
von über 10 Prozent hat die Bank mit 10,3 Prozent erreicht.
Für das neue Jahr rechnet der Vorstand jedenfalls mit höheren
Einnahmen: Nachdem die Erträge 2025 um sieben Prozent auf 32,1
Milliarden Euro gestiegen waren, sollen sie 2026 weiter auf etwa 33
Milliarden zulegen. Allerdings dürften auch die Kosten wegen hoher
Investitionen leicht steigen.
Sewing hatte die Führung 2018 in einer langen und tiefen Krise
übernommen. Mit dem Abbau Tausender Stellen und einer starken
Verkleinerung der hauseigenen Investmentbank brachte er den
Dax-Konzern wieder auf Gewinn- und Wachstumskurs. 2025 war das
sechste Jahr in Folge, das die Deutsche Bank mit Gewinn
abgeschlossen hat./stw/ben/nas
ISIN DE0005140008 DE000DWS1007
AXC0177 2026-01-29/11:24
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Autor: - dpa-AFX
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