| ROUNDUP: Trump will Notenbankchef-Favoriten schon heute vorstellen |
| 30.01.2026 07:20:00 |
US-Präsident Donald Trump will seinen
Wunschkandidaten für die Nachfolge des bei ihm in Ungnade gefallenen
US-Notenbankchefs Jerome Powell nun doch schon heute bekanntgeben.
Nachdem er die Verkündung der Personalie am Donnerstag zunächst für
kommende Woche in Aussicht gestellt hatte, zog Trump den Zeitpunkt
einige Stunden später überraschend vor: Bereits am Freitagmorgen
(Ortszeit) werde er den Namen bekanntmachen, sagte er vor
Journalisten.
Für die Nachfolge Powells, dessen Amtszeit als Chef der Federal
Reserve (Fed) regulär im Mai endet, werden mehrere Namen gehandelt.
Im Gespräch waren zuletzt Trumps Berater Kevin Hassett, der frühere
Fed-Gouverneur Kevin Warsh, der derzeitige Fed-Gouverneur
Christopher Waller und der Blackrock-Manager Rick Rieder. Nachdem
zwischenzeitlich Hassett als Favorit galt, wetten die meisten
US-Medien mittlerweile auf Warsh.
Das Vorschlagsrecht für einen neuen Notenbankchef liegt beim
US-Präsidenten, der Senat muss der Personalie jedoch zustimmen. Und
in der mächtigen Parlamentskammer droht Trump beziehungsweise seinem
Kandidaten erheblicher Gegenwind. Hintergrund sind strafrechtliche
Ermittlungen gegen Powell, die vom Justizministerium vorangetrieben
werden. Demnach soll Powell im Zusammenhang mit der Sanierung von
Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen
gemacht haben - was er bestreitet. Kritiker werten das Vorgehen der
Justiz versuchte politische Einflussnahme auf die Fed.
Vor einer Abstimmung im Plenum des Senats muss die Kandidatur des
potenziellen Powell-Nachfolgers durch den Finanzausschuss der
Parlamentskammer. Trumps republikanischer Parteifreund Thom Tillis
hat angekündigt, dort zunächst alle Fed-Nominierungen zu blockieren,
bis die Ermittlungen gegen Powell vom Tisch sind.
Persönlicher Zwist zwischen Trump und Powell
Den Untersuchungen waren persönliche Attacken Trumps vorangegangen,
der Powell über Monate hinweg beleidigte und seine Entlassung
forderte. Der Präsident will um jeden Preis einen besonders
niedrigen Leitzins durchgesetzt sehen und macht den Notenbankchef
höchstpersönlich dafür verantwortlich, dass die Fed den Zins nur
zögerlich lockerte - und in ihrer letzten Entscheidung am Mittwoch
gar nicht mehr.
Die Zentralbank ist laut Gesetz aber unabhängig. Würde ein
US-Präsident die Leitzinsentscheidung manipulieren, so wäre das
Vertrauen an den Finanzmärkten nachhaltig zerstört. Der
geldpolitische Kurs wird für gewöhnlich ausschließlich auf Basis
vorhandener Daten zur Entwicklung von Inflation und Arbeitsmarkt
festgelegt, unabhängig von der politischen Ausrichtung einer
Regierung. Trumps ständige Angriffe auf die Fed und deren dadurch
befürchteter Rufschaden belasteten zuletzt auch den US-Dollar und
amerikanische Staatsanleihen.
Mit ihren Zinsentscheidungen will die Fed einen Kompromiss zwischen
stabilen Preisen und dem Idealziel Vollbeschäftigung finden. Ist der
Leitzins zu hoch, bremst er die Wirtschaft aus - etwa wegen zu hoher
Kreditkosten. Ein niedrigerer Zins stimuliert zwar Wachstum und den
Arbeitsmarkt, kann aber die Inflation anheizen./rin/DP/zb
AXC0050 2026-01-30/07:20
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Autor: - dpa-AFX
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