| ROUNDUP: Niedrigere Ölpreise belasten Chevron - Zurückhaltung bei Venezuela |
| 30.01.2026 17:12:00 |
Der Ölkonzern Chevron hat im
vierten Quartal sinkende Gewinne verzeichnet. Grund waren geringere
Preise und der schwache Dollar. Dies konnte nur teilweise durch eine
höhere Produktion ausgeglichen werden, wie das Unternehmen am
Freitag in Houston mitteilte. So sank der Nettogewinn von 3,2 auf
2,8 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie fiel von
2,06 auf 1,52 Dollar, Analysten hatte jedoch einen noch größeren
Rückgang befürchtet. Die Aktie legte im frühen US-Handel wenig um
1,5 Prozent zu.
Dagegen erreichte die Förderung neue Höchststände, auch dank der
Übernahme von Hess. Die Produktion stieg im Vergleich zum Vorjahr um
mehr als 20 Prozent auf umgerechnet 4,05 Millionen Barrel pro Tag,
positiv wirkte sich zudem aus, dass neue Fördermengen aus Gebieten
wie Tengiz in Kasachstan in Betrieb genommen wurden. Allerdings
musste Chevron in diesem Monat das Tengiz-Feld mit einer Kapazität
von einer Million Barrel pro Tag vorübergehend stilllegen, nachdem
es zu zwei Bränden in den Kraftwerksanlagen gekommen war.
Chevron erwartet für dieses Jahr weiteres Wachstum. Die Produktion
soll voraussichtlich um etwa 8 Prozent steigen, hauptsächlich aus
Feldern in Guyana und im östlichen Mittelmeer.
"2025 war ein Jahr bedeutender Erfolge. Wir haben Hess erfolgreich
integriert, wichtige Projekte gestartet, eine Rekordproduktion
erzielt und unser Geschäft restrukturiert. Dies führte zu einem
branchenführenden Wachstum des freien Cashflows und
überdurchschnittlichen Aktionärsrenditen - und das trotz sinkender
Ölpreise", sagte Mike Wirth, Vorstands- und
Verwaltungsratsvorsitzender von Chevron. Aktionäre sollen eine um
vier Prozent höhere Quartalsdividende erhalten.
Wirth verbrachte einen Großteil des vergangenen Jahres damit,
Stellen abzubauen, die Betriebskosten zu senken und die Übernahme
von Hess abzuschließen, wodurch das Unternehmen eine 30-prozentige
Beteiligung an dem riesigen Ölfeld in Guyana erwarb. In den
vergangenen fünf Jahren gab Chevron mehr als 100 Milliarden Dollar
für Aktienrückkäufe und Dividenden aus, was fast einem Drittel
seines Marktwerts entspricht.
Mit Blick auf das ölreiche Venezuela erklärte Chevron, seinen Dialog
mit den Regierungen der USA und Venezuelas fortzusetzen, "um
gemeinsame Energieziele zu erreichen". Das Unternehmen sei bereit,
"Venezuela beim Aufbau einer besseren Zukunft zu unterstützen und
gleichzeitig die US-amerikanische Energie- und regionale Sicherheit
zu stärken", sagte Wirtz. US-Präsident Donald Trump setzt Chevron
unter Druck und will, dass das Unternehmen massiv in Venezuela
investiert, wo es derzeit der einzige operierende US-Konzern ist.
Chevron plant, die Produktion in dem südamerikanischen Land
innerhalb der nächsten zwei Jahre um 50 Prozent zu steigern, wird
dabei aber nach Aussagen von Vizepräsident Mark Nelson auf
bestehende Anlagen und andere Ressourcen vor Ort zurückgreifen.
Seine Äußerungen ließen keine grundlegenden Änderungen am
Investitionsbudget des Unternehmens erkennen, das vor der Verhaftung
des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro durch die
Trump-Regierung am 3. Januar am unteren Ende der langfristigen
Prognosespanne lag./nas/err/jha/
ISIN US1667641005
AXC0260 2026-01-30/17:12
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Autor: - dpa-AFX
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