| Pakete weg, Internet lahm: Mehr Ärger landet bei Schlichtern |
| 01.02.2026 10:15:00 |
Aus Ärger über verloren gegangene Pakete oder
klappriges Internet wenden sich immer mehr Bundesbürger an eine
Aufsichtsbehörde, damit diese schlichtend eingreift. Wie die
Bundesnetzagentur mitteilte, gingen im vergangenen Jahr 4.805
Anträge auf Schlichtung im Bereich Postdienste ein. Das war den
Angaben zufolge etwa ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor, als es
3.821 Anträge gewesen waren. Nur ein Teil davon wurde als zulässig
gewertet. Schon 2024 hatte es einen deutlichen Anstieg der Anträge
von Verbrauchern gegeben. Bei der separaten Schlichtungsstelle
Telekommunikation gingen 2025 ebenfalls deutlich mehr
Schlichtungsanträge ein.
In drei Vierteln der Fälle der Post-Schlichtungsstelle geht es um
Beanstandungen bei der Paketzustellung, beim Rest um Päckchen,
Einschreiben, Briefe und anderes. Meistens wird über verloren
gegangene Sendungen gestritten, in einem Fünftel der Anträge geht es
um Beschädigungen.
Viele Schlichtungsversuche bringen nichts
Schlichtungen können beantragt werden, wenn man Streit mit einer
Firma hat und nicht weiterkommt. Die Einflussmöglichkeit der
Bundesnetzagentur ist aber begrenzt, sie agiert nur als Schlichter -
häufig verlaufen die Verfahren im Sande. Die Firmen müssen an den
Schlichtungsverfahren zwar teilnehmen, sie können aber einfach Nein
sagen und auf ihrer Sicht der Dinge beharren. Von den 2.199
zulässigen Post-Schlichtungsanträgen, die im vergangenen Jahr
abschließend bearbeitet wurden, wurde bei 823 eine Einigung
erreicht.
Um welche Firmen genau es bei den Schlichtungen geht, darf die
Netzagentur aus rechtlichen Gründen nicht veröffentlichen. Bei den
separaten Beschwerden, deren Anzahl zuletzt auf einen Höchstwert
gestiegen ist, liegt der Anteil des Marktführers DHL/Deutsche Post
bei rund 90 Prozent. Vermutlich ist der Anteil bei den
Schlichtungsverfahren niedriger. Im Jahr 2023 hatte der DHL-Anteil
an den Schlichtungsanträgen bei 80 Prozent gelegen, danach sah die
Netzagentur von einer Veröffentlichung dieses Anteils ab.
Am deutschen Paketmarkt liegt der DHL-Marktanteil bei
mehr als 40 Prozent und am Briefmarkt bei circa 85 Prozent. DHL
tritt im inländischen Briefgeschäft als Deutsche Post auf. Zu den
DHL-Konkurrenten am Briefmarkt gehören Hermes, DPD, GLS und Amazon
, das einen Teil seiner Waren selbst zustellt.
Der Verband BPEX, der die DHL-Konkurrenten vertritt, sieht den
Anstieg der Schlichtungsanträge vor allem als Folge der gestiegenen
Bekanntheit des Verfahrens. Zudem verwies der Verband darauf, dass
der Anteil der Schlichtungen an den mehr als vier Milliarden
Paketsendungen, die 2025 in Deutschland zugestellt wurden, nur "ein
äußerst kleiner Bruchteil" sei. "Auf mehr als eine Million
zugestellte Pakete kommt rechnerisch nicht einmal ein
Schlichtungsantrag." Die Firmen nähmen aber jede Beschwerde ernst
und investierten auch in die Qualitätssicherung. Der Marktführer DHL
wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Anstieg der Schlichtungsanträge
äußern.
Streit über Internetverträge
Für Frust sorgen auch Internetanbieter. Bei der ebenfalls bei der
Bundesnetzagentur angesiedelten Schlichtungsstelle Telekommunikation
gingen im vergangenen Jahr 5.524 Anträge auf Schlichtung ein, im
Vergleich zu 2024 hat sich diese Anzahl mehr als verdoppelt. Hierbei
ging es um Vertragsinhalte, technische Störungen,
Rechnungsbeanstandungen, zu langsames Internet und andere
Ärgernisse. Im vergangenen Jahr führten im Bereich Telekommunikation
1.274 Schlichtungsfälle zu einer Einigung./wdw/DP/zb
ISIN DE0005557508 GB00BH4HKS39 US0231351067 DE0005552004
AXC0018 2026-02-01/10:15
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Autor: - dpa-AFX
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